Supermärkte

In Kürze

Die großen Supermarktketten expandieren, ihr Einfluss wächst. Die vier größten Lebensmitteleinzelhändler Aldi, Edeka, Lidl und Rewe verfügen heute bereits über einen Anteil von etwa 85 Prozent am inländischen Marktvolumen. Nur wer kontinuierlich große Warenmengen in vorgegebener Qualität und zu niedrigen Preisen liefern kann, ist im Geschäft. Lieferanten und Erzeuger werden von den Supermarktketten im Preis gedrückt, unfaire Konditionen in die Verträge diktiert. Kleinbäuerinnen und -bauern und Arbeitskräfte am unteren Ende der Lieferkette haben das Nachsehen.

Oxfam setzt sich seit Jahren für menschenwürdige und faire Arbeits- und Einkaufsbedingungen in der Lieferkette von Supermarktketten ein – 2018 mit der aktuellen Kampagne „Fairness eintüten!“. Damit Supermärkte endlich die Verantwortung für Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen bei der Produktion ihrer Lebensmittel übernehmen.

Unterstützen Sie unsere Kampagne und helfen Sie uns dabei, Druck zu machen. Fordern Sie die Supermärkte auf, Verantwortung zu übernehmen:

Zur Aktion

Hintergründe

In Deutschland und in der EU wird der Einzelhandel zunehmend dominiert von einer immer kleiner werdenden Anzahl von Supermarktketten. Die Versorgung der Verbraucher/innen mit Lebensmitteln – ob von Landwirten oder anderen Zulieferern – wird immer mehr von Supermärkten kontrolliert. Sie diktieren ihren Zulieferern die Produktions-, Preis- und Lieferbedingungen und werden so zum „Gatekeeper“ im Lebensmittelhandel. Die Zulieferer, die oft abhängig von einigen wenigen Supermärkten sind, geben den Preisdruck an ihre Arbeiter/innen weiter. Akkordarbeit, längere Arbeitszeiten, schlechtere Arbeitsbedingungen und eine unsichere Arbeitssituation sind die Folge. In der Produktion der Lebensmittel kommt es zu gravierenden Menschen- und Arbeitsrechtsverstößen, vielerorts können die Menschen, die unsere Lebensmittel herstellen, von ihren Einkommen kaum leben.

Seit Mitte der 1990er Jahre breiten sich Supermarktketten auch rasant in Entwicklungsländern aus. Ihr Einfluss nimmt zu. Vorangetrieben wird dieser Prozess unter anderem durch die Liberalisierung der Investitionsregeln in den Entwicklungsländern. Letztere verlieren damit die Möglichkeit, den Markteintritt und die Ausbreitung der Supermarktketten zu regulieren. Kleine Händler und Zulieferer werden so zunehmend ausgebootet.

Oxfam fordert,

  • dass die Einkaufsmacht der Supermärkte beschränkt wird und Konsument/innen, Arbeiter/innen und Produzent/innen vor den negativen Auswirkungen geschützt werden,
  • dass Supermärkte ihre Einkaufspolitiken ändern und faire Preise und Lieferbedingungen einführen,
  • dass Regierungen in Nord und Süd, internationale Organisationen wie die internationale Arbeitsorganisation und die Weltbank sowie Verbraucher/innen dafür sorgen, dass menschenwürdige Arbeitsbedingungen in den Zulieferketten der Supermärkte durchgesetzt werden,
  • dass Investitionsregeln in Handelsabkommen nicht liberalisiert werden. Arme Länder müssen die Möglichkeit haben, den Markteintritt und die Ausbreitung der Supermarktketten im eigenen Land zu regulieren.