Im Fusionskontrollverfahren des Bundeskartellamts zur Übernahme der 451 Kaiser’s-Tengelmann-Filialen hat es eine Verlängerung um mindestens vier Wochen gegeben. Eigentlich hätte das Kartellamt am 6. März eine Entscheidung darüber treffen müssen, ob Marktführer Edeka die Kaiser’s- und Tengelmann-Märkte übernehmen darf und damit seine Marktmacht noch weiter ausweiten könnte. In einer vorläufigen Einschätzung hatte das Bundeskartellamt am 17. Februar verkündet, die Fusion in ihrer jetzigen Form nicht freizugeben. Da nun von Seiten der Supermarktketten inhaltliche Vorschläge eingereicht wurden, um die Bedenken des Kartellamts auszuräumen, wurde die Frist bis zum 7. April verlängert. Es wird vermutet, dass Edeka anbietet, auf bestimmte Märkte in Regionen zu verzichten, in denen es bereits viele Edeka-Filialen gibt.

Dies beseitigt jedoch noch nicht die Probleme auf der Beschaffungsseite, die vom Bundeskartellamt ebenfalls als Grund der vorläufigen Entscheidung angegeben wurden. Denn mit der Übernahme würde eine wichtige Absatzalternative für die Zulieferer wegfallen, was die Macht der verbleibenden Supermarktketten deutlich verstärkt. Durch den Machtzuwachs erhöht sich auch die Möglichkeit in der Lieferkette, Preise zu drücken. Die katastrophalen Auswirkungen des Preisdrucks am Ende der Lieferkette, besonders in Ländern des globalen Südens, sind Einkommen unterhalb des Existenzminimums, und dass häufig nicht einmal Gesundheit und Sicherheit von Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeitern gesichert sind.

Auch Rewe hat mittlerweile angekündigt, an einer Übernahme der Kaiser’s-Tengelmann-Filialen interessiert zu sein, und Kaufland meldet, zumindest einen Teil der Filialen übernehmen zu wollen. Allerdings würde auch ein Verkauf an die Konkurrenten nichts am Problem des Machtzuwachses auf der Beschaffungsseite ändern. Deshalb sollte das Bundeskartellamt sich nicht auf einen Deal mit den Supermarktketten einlassen und eine Übernahme gänzlich verbieten.