„Mit der EU-Förderung von Agrosprit wird der knallharte Kampf um begrenzte fruchtbare Flächen angeheizt. Die EU schürt so Landkonflikte, treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe und ver­schärft den Hunger“, sagt Marita Wiggerthale, Agrarexpertin bei Oxfam Deutschland. Beim EU-Energieministertreffen wurde jedoch keine Entscheidung zur EU-Biokraftstoffpolitik getroffen.

Insbesondere Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien müssen ein Signal für Ernährungssicherheit und Klimaschutz setzen. Dänemark, die Niederlande, Luxemburg, Belgien und andere Länder haben die Anhebung des Biospritanteils von derzeit fünf auf sieben Prozent blockiert. Sie sollten weiter daran festhalten, solange kein Umdenken bei den anderen Mitgliedsstaaten stattgefunden hat. Der scheinbar kleine Unterschied von fünf auf sieben Prozent hat gewaltige Auswirkungen. Von den für zusätzliche zwei Prozent Agrosprit erforderlichen Anbauflächen könnten rund 68 Millionen Menschen ernährt werden.

Oxfam-Studie belegt: Abschaffung der EU-Förderung von Biosprit würde globale Nahrungsmittelpreise senken

Die von Oxfam und der Heinrich-Böll-Stiftung vorgelegte Studie zu den Auswirkungen von Biokraftstoffen auf globale Agrarpreise und Klimawandel belegt: Bei einem Wegfall der EU-Förderung von Biosprit im Jahr 2020 würden die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel spürbar sinken und im Jahr 2020 netto 27 Millionen Tonnen weniger Getreide und Ölsaaten in die EU importiert.

Der Nutzen von Biokraftstoffen ist ohnehin hoch umstritten. Denn Biokraftstoffe leisten – wenn überhaupt – nur einen geringen Beitrag zum Klimaschutz.