Aktuellen Untersuchungen zufolge kamen in den vergangenen 15 Jahren mindestens 31.000 Menschen bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen, ums Leben oder sind verschollen. Daher müssen die für den angekündigten Treuhandfonds für Afrika vorgesehenen Mittel dafür eingesetzt werden, die Ursachen von Armut, Ungleichheit und Gewaltkonflikten in Afrika zu bekämpfen, nicht etwa um Migration zu unterbinden. Menschenwürde ist wichtiger als Grenzsicherung! 

Keine Entwicklungsgelder für Grenzzäune

Oxfam fordert EU und Mitgliedsstaaten auf, Mittel für Entwicklungszusammenarbeit zur Armutsbekämpfung einzusetzen und nicht für sicherheitspolitische Ziele und Migrationskontrolle zu missbrauchen. Die Menschen in Afrika haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt und auf Zugang zu Bildung und Gesundheit. Darauf muss die EU ihre Anstrengungen konzentrieren, nicht auf kurzsichtige Abschottungs- und Stabilisierungsinteressen. Leider gab es im Vorfeld des Gipfels jedoch gegenteilige Signale, auch von der Bundesregierung. 

Fluchtursachen bekämpfen, legale Einwanderung ermöglichen

Die EU selbst hat in vielfältiger Weise zu den Krisen beigetragen, die die Menschen zwingen, ihre Heimat zu verlassen: Durch unverantwortliche Rüstungsexporte, klimaschädliche CO2-Emissionen und Spielräume für Steuervermeidung von Konzernen. Die in La Valletta versammelten Politiker/innen müssen sich zu ihrer Verantwortung bekennen und die Ursachen jener Krisen bekämpfen, statt zu versuchen, sich vor den Folgen zu drücken. Stärker als bisher sollten sie aber auch beherzigen, dass Mobilität zu mehr Entwicklung und Wohlstand in den Herkunfts- wie in den Aufnahmeländern beitragen kann. Daher müssen mehr legale Wege für Einwanderung auch nach Europa geschaffen werden.