Im Mittelpunkt des eindrucksvollen Films steht Maamun, der vor dem Krieg in Syrien geflohen ist und nun im riesigen Flüchtlingscamp Zaatari in der jordanischen Wüste nahe der syrischen Grenze lebt. Er betreibt dort einen kleinen Laden, in dem er die Mobiltelefone anderer Flüchtlinge auflädt und repariert. So können sie mit ihren Freunden und Verwandten in Syrien in Verbindung bleiben. Dank seines technischen Geschicks rettet er zudem auf den Handys gespeicherte Fotos und Videoaufnahmen. Er bringt damit Erinnerungen der Menschen an glücklichere Zeiten wieder zum Vorschein – an ihr früheres Leben, an ihre Heimat, an ihre Verwandten und Freunde. Dieser Trost macht für viele Bewohner den oft tristen Alltag im Camp erträglicher.

Leben am Nullpunkt

Der Filmtitel “District Zero” beruht auf der Vorstellung, dass aufgrund des Krieges für viele Menschen von Zaatari das Leben quasi stillsteht oder am Nullpunkt angekommen ist. Die Hauptperson Maamun kommt so eng wie kaum ein anderer im Camp mit den Erinnerungen der ebenfalls dort gestrandeten Flüchtlinge in Berührung. Hinter jeder Statistik, hinter jeder Zahl steckt ein Mensch, dessen Geschichte es zu erzählen gilt, so die Botschaft des Films.

Camp Zaatari in Jordanien ist, gemessen an der Bewohnerzahl, das zweitgrößte Flüchtlingscamp der Welt – nach dem kenianischen Dadaab. 13,5 Millionen Menschen – das sind etwa zwei Drittel der ursprünglichen Bevölkerung Syriens – sind auf Hilfsleistungen angewiesen, und es werden immer mehr. Mehr als 4,8 Millionen Menschen sind vor allem in Nachbarländer geflohen. Über 500.000 Menschen leben in belagerten Gebieten, die von Versorgung mit Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Gütern weitgehend abgeschnitten sind.

Aktuell zu sehen

„District Zero” ist eine gemeinsame Produktion von Oxfam und die Generaldirektion Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission (ECHO). Die Aufnahmen entstanden im März 2015 im Flüchtlingscamp Zaatari. Der Film wurde im Herbst 2015 erstmals auf internationalen Festivals und in Kinos gezeigt.

Aktuell ist er zu sehen auf den Filmfesten:

Größte globale Flüchtlingskrise seit 1945

Mehr als 65 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung. Dies ist die höchste Zahl seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Zusätzlich verlassen immer mehr Menschen aus unterschiedlichsten Motiven ihr Zuhause – sei es wegen Hunger und Umweltzerstörung oder in der Hoffnung auf ein Leben in Würde. Oxfam setzt sich dafür ein, dass Regierungen diesen Menschen sichere Fluchtwege ermöglichen, gleich ob diese Krieg oder Armut zu entkommen suchen.

Oxfam unterstützt geflüchtete Menschen insbesondere in Nachbarländern Syriens, im Südsudan, Äthiopien und Uganda sowie in mehreren europäischen Ländern.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit!