Oxfam leistet erste Nothilfe in Haiti und bereitet sich auf weitere Einsätze in der Dominikanischen Republik und Kuba vor, nachdem am Dienstag Hurrikan Matthew mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 Kilometern pro Stunde in der Region extreme Verwüstungen anrichtete. Der schwere Wirbelsturm zerstörte Häuser, Straßen und Brücken. Das Telefon- und Stromnetz sind in Haiti weitestgehend zusammengebrochen.

Nachdem Oxfam-Teams die am stärksten betroffenen Gebiete in Haiti erreicht haben, wird die Zerstörung deutlich, die Hurrikan Matthew hinterlassen hat. Allein im schwer getroffenen Süden Haitis starben mehr als 300 Menschen, bisher haben mindestens 800 Menschen durch den Hurrikan ihr Leben verloren. Und die Zahl der Toten wird vorraussichtlich weiter steigen. Zudem sind Tausende obdachlos: Nach offziellen Angaben wurden in den Départements Sud und Grand'Anse 29.000 Häuser zerstört; im Südosten des Landes sind weite Teile überflutet und weitere Menschen befürchten, obdachlos zu werden.

Sauberes Wasser, Nahrungsmittel und lebenswichtige Hilfsgüter werden jetzt am dringendsten gebraucht.
Jean Claude Fignole

Jean Claude Fignole, Oxfams Programmdirektor in Haiti, beschreibt die dringendsten Bedürfnisse: „Sauberes Wasser, um Krankheiten zu vermeiden, Nahrungsmittel und lebenswichtige Hilfsgüter werden jetzt am dringendsten gebraucht. Langfristig befürchten wir eine Ausbreitung der Cholera sowie Mangelernährung aufgrund des Ernteausfalls. Die internationale Gemeinschaft muss den Menschen in Haiti dringend helfen.“

Auch in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince sind viele von Hurrikan Matthew betroffen, jedoch in geringerem Ausmaß.

Marcele Duby aus Port-au-Prince berichtete Oxfam: „Wenn der Hurrikan uns in der Nacht getroffen hätte, hätte ich meine Kinder verloren. Aber es war hell – ich konnte sie retten. Das Wasser im Haus stand mir bis zum Bauch. Ich hatte Angst: Wenn das Wasser nur etwas mehr gestiegen wäre, hätten wir gar nichts mehr tun können.“

60.000 Haitianer/innen leben in der Hauptstadt in Camps – als Folge des Erdbebens, das 2010 mindestens 230.000 Menschen tötete. Viele von ihnen verloren nun ihre wenigen Habseligkeiten durch den Hurrikan. Viele Straßen in den ärmeren Vierteln wie Ti-Ayiti sind überflutet.

Jimmy Leys, ein Bewohner Ti-Ayitis, sagt: „Die Überflutungen lösen Epidemien aus, Kinder erkranken daran. Einige Schwangere sind bereits krank. Durchfall und Malaria sind verbreitete Leiden bei uns.“

Oxfam ist vor Ort

In Haiti starten Oxfam-Teams Hilfsmaßnamen in Saint Louis du Sud, Maniche, Les Cayes und Cavaillon, die zu den am stärksten betroffenen Städten zählen. Wir teilen Hygienesets und Wasserreinigungstabletten aus, um Krankheiten wie Cholera und Durchfall vorzubeugen. Zudem verteilt Oxfam Baumaterial, repariert vom Sturm beschädigte Wassertanks und baut neue auf.

In der Dominikanischen Republik mussten fast 22.000 Menschen ihre Häuser verlassen und suchen Schutz bei ihren Familien und Freunden. Wie in Haiti wird auch hier vermutet, dass der südliche Teil des Landes am stärksten aufgrund von Überschwemmungen betroffen ist.

In beiden Ländern sind Oxfam-Teams und Partnerorganisationen dabei, erste Hilfsmaßnahmen umzusetzen oder einzuleiten und die Menschen mit Trinkwasser und Hygienesets zu versorgen. Gleichzeit werden Wasser und Abwassersysteme repariert, um die Ausbreitung lebensgefährlicher Krankheiten zu verhindern.

In Kuba unterstützt Oxfam seit über 20 Jahren die kubanische Regierung im Bereich Katastrophenvorsorge. Ein Oxfam-Team bereitet im Moment im östlichen Teil Kubas in enger Abstimmung mit der kubanischen Regierung die Nothilfemaßnahmen für die dortige Bevölkerung vor.

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