Nothilfe für Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch

Es ist die am schnellsten wachsende Flüchtlingskrise der Welt: Mehr als 603.000 Rohingya sind innerhalb von zwei Monaten aus Myanmar in den Süden Bangladeschs geflohen, Tausende sitzen noch immer an der Grenze fest. An kaum einem anderen Ort auf der Welt leben so viele Flüchtlinge auf so engem Raum wie im Distrikt Cox's Bazar.
Menschen tragen Oxfam-Nahrungsmittelpakete durch ein Feld.
Flüchtlinge tragen Oxfam-Nahrungsmittelpakete durch das Camp Tengkhali.

Seit am 25. August 2017 im Norden von Rakhine State in Myanmar Gewalt ausbrach, sind mehr als 603.000 Menschen nach Bangladesch in die Distrikte Cox's Bazar und Bandarban geflohen. Sie treffen auf 300.000 weitere Menschen, die schon seit den 1990er Jahren in beengten und provisorischen Camps im Süden Bangladeschs leben.

Die Flucht vor der Gewalt im Norden von Rakhine bedeutete für die Rohingya-Flüchtlinge eine gefährliche Reise über die Grenze. So berichtet der Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, dass Frauen und Mädchen ab einem Alter von fünf Jahren auf der Flucht von Männern in Militäruniformen vergewaltigt wurden.

Viele Flüchtlinge schliefen zunächst unter freiem Himmel, am Straßenrand und in Waldgebieten mit wenig oder keinem Schutz. Auch weiterhin sind viele Menschen innerhalb des Distrikts Cox's Bazar in Bewegung; immer mehr finden sich inzwischen im Landkreis Ukhia ein, in dem die Regierung kürzlich ca. 1.200 Hektar für ein neues Camp zur Verfügung gestellt hat.

Die Menschen brauchen dringend Nahrungsmittel, Wasser, Hygieneeinrichtungen, Unterkünfte und Schutz vor Gefährdungen sowie Gesundheitsfürsorge.

  • Mehr als 120.000 schwangere Frauen und Mütter mit Neugeborenen leben in beengten Camps und Siedlungen, die für ihre Bedürfnisse schlecht ausgestattet sind.
  • Viele Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt und Traumaüberlebende benötigen angemessene spezialisierte Dienste, einschließlich medizinischer und psychosozialer Nachsorge.
  • Auch zwei Monate nach Beginn der Krise gibt es immer noch schätzungsweise 300.000 Flüchtlinge, die keinen Zugang zu grundlegenden Hygieneeinrichtungen haben.

Oxfam ist vor Ort

Oxfam hat bereits mehr als 185.000 Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch mit sauberem Trinkwasser, mobilen Toiletten sowie Hygieneeinrichtungen, Plastikplanen und anderen lebenswichtigen Gütern erreicht. Unser Ziel ist es, in der ersten Phase mehr als 200.000 Menschen zu erreichen.

Wir arbeiten außerdem mit der Regierung Bangladeschs und anderen Hilfsorganisationen zusammen, um sicherzustellen, dass neu eingerichtete Camps den Standards für humanitäre Hilfe entsprechen. Gleichzeitig bereichert die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen unseren Nothilfeeinsatz durch Ortskenntnisse und kulturelle Sensibilität bei der Unterstützung der betroffenen Menschen.

In den letzten Wochen haben wir in Rubber Garden unsere Arbeit aufgenommen, einem neu errichteten Übergangscamp in der Nähe des Flüchtlingscamps Balukhali, etwa sechs Kilometer vom Ort Ukhia entfernt. Schätzungsweise 1.200 Personen haben in der vergangenen Woche das Übergangscamp erreicht, wobei einige Familien mehr als 15 Tage lang unterwegs waren, bevor sie die Grenze überquerten. Wir haben sofort einen Wassertank mit einer Gesamtkapazität von fünf Kubikmetern zur Verfügung gestellt und 10.000 Liter sauberes Trinkwasser geliefert. Außerdem haben wir 31 Notfall-Latrinen mit getrennten Einheiten für Männer und Frauen gebaut.

In Unchiprang, wo Wasser knapp ist, haben wir eine Anlage zur Aufbereitung von Oberflächenwasser fertiggestellt, die täglich ca. 45.000 Liter sauberes Trinkwasser für 15.000 Menschen produziert.

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