Die Hoffnungen, die mit der Klimakonferenz im Lima verbunden waren, haben sich nicht erfüllt. Der Weg zu einem neuen Klimaschutzabkommen auf der Pariser Klimakonferenz 2015 sei zwar noch offen, bewertet Oxfam-Klimaexperte Jan Kowalzig, aber: „Für die Menschen in den armen Ländern, denen wegen des Klimawandels zunehmend die Ernten auf den Feldern vertrocknen, ändert sich zunächst nichts. Mehr Klimaschutz wurde nicht vereinbart, die Welt steuert weiter auf eine globale Erwärmung von drei bis vier Grad Celsius zu, die Hilfen für die Bewältigung des Klimawandels in den armen Ländern steigen nicht wie versprochen an.“

Wichtig wäre gewesen, Kriterien festzulegen um Klimaschutzmaßnahmen einzelner Länder miteinander vergleichen und auf Ambition und Fairness überprüfen zu können. Wichtig wäre gewesen, Vereinbarungen zu treffen, was passiert, wenn die zugesagten Maßnahmen nicht ausreichen, den Klimawandel einzudämmen. Und wichtig wäre gewesen, zu klären, wer für die Folgen des Klimawandels aufkommt.

Obwohl die Konferenz in Lima länger als vorgesehen gedauert hat, sind all diese Fragen nicht gelöst, sondern vertagt worden. Kowalzig: „In Lima hätte es einen großen Wurf gebraucht. Stattdessen wurde Klimamikado gespielt, nach dem Motto: Wer sich bewegt, verliert.“ Auf dieser Basis werden die Verhandlungen über das Klimaschutzabkommen im Jahr 2015 schwierig, schätzt Kowalzig: „Die Teilnehmer fahren mit dicken Aufgabenheften nach Hause. Bis zur Pariser Konferenz muss noch viel nachgearbeitet werden.“