Wer an der Zapfsäule E10-Benzin oder Diesel in seinen Wagen füllt, wird kaum daran denken: Gerade läuft auch Essen in den Tank – Weizen, Zucker und Raps, zwangsweise beigemischt als Agrosprit. Dies bedeutet Hunger für Menschen weltweit, etwa in Guatemala und Indonesien. Denn je mehr Nahrungsmittel für den Tank angebaut werden, desto teurer werden sie auf dem Weltmarkt. Und Familien, die schon jetzt beinahe ihr gesamtes Einkommen für Essen ausgeben müssen, können es sich dann schlicht nicht mehr leisten. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind. Agrosprit sei deshalb ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, so der frühere UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler. 90 Prozent der EU-Agrokraftstoffe werden aus essbaren Pflanzen hergestellt.

Deutschland ist der größte Hersteller und Verbraucher von Agrosprit in der Europäischen Union. Hierzulande werden vor allem heimischer Raps, aber zunehmend auch Palmöl aus Übersee verspritet. Statt in der EU den Agrosprit-Anteil aus Nahrungsmitteln von derzeit fünf Prozent  zu senken, will die Merkel-Regierung ihn sogar erhöhen – und Subventionen bis zum Jahr 2030 garantieren, zehn Jahre länger als bisher geplant. Wir können das gemeinsam verhindern, wenn wir jetzt aktiv werden. Am Freitag soll auf Brüsseler Ebene hierzu die Entscheidung gefällt werden.

Appell unterzeichnen: Essen statt E10!