Soziale Ungleichheit

Bombay: In unmittelbarer Nachbarschaft der Hochhäusern des Geschäftsviertels Nariman Point leben Fischerfamilien in Baracken
Eigentlich sind genug Ressourcen für alle da – sie sind nur extrem ungleich verteilt.

In Kürze

Ob es gelingt, weltweit Armut zu bekämpfen, hängt entscheidend davon ab, mit welchem Nachdruck Maßnahmen ergriffen werden, um die Lücke zwischen Arm und Reich zu schließen. Die extreme Ungleichheit ist keine Naturgewalt. Sie ist die Folge einer Politik, die vor allem Konzernen und den Superreichen zugutekommt. Um extreme soziale Ungleichheit zu reduzieren, müssen wir diese Politik ändern.

  • Nach Oxfams Recherche gingen 82% des globalen Vermögenswachstums im letzten Jahr an das reichste Prozent, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung – rund 3,7 Milliarden Menschen – leer ausging.
  • Ein Prozent der Weltbevölkerung besitzt mehr als die Hälfte des Weltvermögens.

Die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Reich und Arm sorgt dafür, dass Millionen Menschen weiterhin in extremer Armut leben und keinen Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsfürsorge haben.
Deshalb fordern wir, Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen zu stoppen, faire Einkommen für Frauen und Männer durchzusetzen und in Bildung und Gesundheit für alle zu investieren.

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Hintergründe

Wohlhabende Eliten beeinflussen die Politik zu ihren Gunsten

Extreme soziale Ungleichheit ist nicht naturgegeben – sie ist das Ergebnis einer Politik, die Vermögende bevorzugt und Regeln zu ihrem Wohl setzt. Die wachsende soziale Ungleichheit untergräbt demokratische Prozesse – in reichen wie in armen Ländern: Wohlhabende Eliten und große Unternehmen weltweit beeinflussen die Politik zu ihren Gunsten und manipulieren wirtschaftliche Spielregeln in ihrem Sinne. Diesen Einfluss wollen wir zurückfahren. Stattdessen ist es notwendig, die Bekämpfung von Ungleichheit in den Mittelpunkt zu stellen. Wir brauchen Regeln, die es erlauben, Einkommen gerechter zu verteilen; die allen Menschen Zugang zu Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen und das Erreichen von Geschlechtergerechtigkeit erleichtern.

Regierungen brauchen zusätzliche Gelder

Um die soziale Ungleichheit zu bekämpfen, müssen die Regierungen in armen und reichen Ländern soziale Leistungen ausbauen, anstatt sie zu beschneiden. Sie müssen extreme Einkommens- und Vermögensungleichheit reduzieren. Dafür benötigen sie zusätzliche Gelder, die sie vor allem dann  erhalten, wenn sie höhere Steuereinnahmen erzielen, indem sie für Steuergerechtigkeit sorgen. Insbesondere die wohlhabenden Bevölkerungsteile und international agierende Konzerne müssen ihren fairen Anteil an der Staatsfinanzierung leisten, um die Gesellschaften gerechter zu machen. Durch Steuervermeidung transnationaler Konzerne entgehen armen Ländern über 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr – das ist fast so viel wie die jährliche weltweite Entwicklungshilfe (rund 130 Milliarden Dollar).

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