Hunger im Südsudan: „Wir essen Gras und Unkraut“

Vier Jahre Konflikt und Bürgerkrieg: Die Menschen im Südsudan sind zermürbt. Dazu kommt der Hunger. Die Schicksale von Aria, Gogol und Ayichi zeigen, wie es um das Leben der Menschen im Südsudan bestimmt ist.
Die 36-jährige Witwe Aria mit einem ihrer fünf Kinder
Die 36-jährige Witwe Aria mit einem ihrer fünf Kinder

Die Menschen im Südsudan stehen am Rande einer Katastrophe. Millionen Menschen sind von einer schweren Hungerkrise betroffen. Überschwemmungen und Schädlingsbefall führten zu Missernten. Die Nahrungsgrundlagen der Menschen sind zerstört. Mehr als sieben Millionen Menschen leiden bereits an Hunger – dabei sind sie durch den jahrelangen Bürgerkrieg ohnehin schon geschwächt. Auch Aria, Gogol und Ayichi sind von der katastrophalen Lage im Südsudan bedroht.

Aria ist alleine für ihre fünf Kinder verantwortlich. Ihr Jüngstes ist erst 18 Monate alt. Sie hat Probleme, Essen für ihre Familie zu besorgen. Früher hatte sie einen Garten, in dem sie Kürbisse, Okra und Hirse anbaute. Schädlinge und Überflutungen haben ihn allerdings zerstört. Jetzt bleibt ihr nichts anderes übrig, als Holz zu sammeln, es zu verbrennen und als Holzkohle auf dem Markt zu verkaufen. Manchmal erfolglos – dann kommt sie ohne etwas zu Essen vom Markt nach Hause.

Mein zweijähriger Sohn ist letztes Jahr verhungert. Ich möchte kein weiteres Kind verlieren.
Aria aus dem Südsudan
Gogol aus dem Südsudan
Gogol ist 48 Jahre alt und Mutter von neun Kindern. Sie nimmt an Oxfams „Cash for Work“-Programm teil

Die 48-jährige Gogol kümmert sich nicht nur um ihre unmittelbare Familie, sondern auch um die Kinder und die Ehefrauen, die ihre drei Brüder nach ihrem Tod hinterließen. Sie arbeitet sehr hart, damit alle über die Runden kommen. Sie ist sehr dankbar, dass sie an Oxfams „Cash for Work“-Programm teilnehmen kann.

Wenn ich keine Unterstützung von Hilfsorganisationen wie Oxfam erhalten würde, wüsste ich nicht, wie meine Familie überleben sollte.
Gogol aus dem Südsudan
Ayichi aus dem Südsudan
Ayichi ist Ende 50. Sie ist auf ihre zwei Söhne angewiesen, die sie unterstützen

Ayichi ist Ende 50 und kann nicht mehr alleine für sich sorgen. Sie braucht einen Stock zum Gehen und kann nichts verkaufen, da sie keine Sachen mehr tragen kann. Deshalb ist sie auf ihre Söhne angewiesen. Der eine ist 36 Jahre alt, der andere 16. Früher hatte die Familie einen Garten, in dem sie Hirse und Mais anpflanzte. Im letzten Jahr allerdings zerstörten Würmer die Ernte. Nun hat die Familie keine Erträge und nichts zu essen. Ayichis Söhne haben Probleme, Geld zu verdienen und können sich die teuren Lebensmittel auf dem Markt nicht mehr leisten.

Im Moment ernähren wir uns hauptsächlich von Gras und Unkraut. Wir kochen und essen es. Wir werden davon krank, wir bekommen Durchfall, aber was sollen wir tun? Wir müssen überleben.
Ayichi aus dem Südsudan

Oxfam ist vor Ort

So wie Aria, Gogol und Ayichi geht es aktuell Millionen Menschen im Südsudan. Hunger, Gewalt und Not begleiten sie seit mehr als vier Jahren. Überschwemmungen und Schädlinge haben ihre letzten Ernten zerstört. Jetzt bleibt ihnen fast nichts mehr zum Leben.

Oxfam ist vor Ort und unterstützt die Menschen im Südsudan mit Nahrungsmitteln sowie sauberem Wasser und Seife, um die Menschen vor Cholera und anderen Durchfallerkrankungen zu schützen. Außerdem schaffen wir durch „Cash for Work“-Programme Einkommensmöglichkeiten und unterstützen die Menschen gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen dabei, ihre Ernährung und Existenzen langfristig zu sichern.

So konnten wir bereits mehr als 600.000 Menschen erreichen. Aber die Not im Südsudan ist groß und die Zeit drängt! Helfen Sie uns jetzt, Leben zu retten!

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Seit Ende 2013 haben kriegerische Auseinandersetzungen im Südsudan über 4 Millionen Kinder, Frauen und Männer vertrieben. Hunderttausende sind in angrenzende Staaten geflohen. Oxfam unterstützt die Menschen mit Nothilfe.

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