• 03. März 2016

Uganda: Kleinbäuerinnen kämpfen mit zunehmend unvorhersagbarem Wetter

„Manche Jahreszeiten sind zu trocken, andere zu feucht, weil es zu stark regnet. Ich habe Bohnen wie gewohnt im März gepflanzt, aber von April bis August gab es eine Dürre, und so konnte ich kaum etwas ernten. Jetzt habe ich wieder Bohnen und auch Nüsse gepflanzt – aber nun regnet es zu stark.“

Anna Uromcamu lebt mit ihren sechs eigenen Kindern sowie fünf weiteren, die sie großzieht, in Nebbi, einem Dorf in Uganda. Früher hat sie als Lehrerin gearbeitet, damit aber nie genug Geld verdient, um ihre Kinder zur Schule zu schicken. Also hat sie schon damals nebenher Bohnen angebaut. Das macht sie auch heute noch, trotz ihrer 64 Jahre. Das sich verändernde Klima ließ ihre Ernten schrumpfen. „Früher habe ich jedes Jahr 30 Säcke Bohnen gehabt. Mit den veränderten Wetterbedingungen gibt der Boden nicht mehr viel her, und ich bekomme pro Jahr nur 8-10 Säcke“ erzählt sie. Anna wehrt sich: Gegen Unwetter pflanzt sie hohe Bäume um ihr Land, damit bei zu starken Regenfällen, die oft mit heftigem Wind auftreten, Haus und Ernten nicht weggeschwemmt werden.

Auch Masendi Francis lebt in Nebbi – und baut mit seiner Frau (die ebenfalls Anna heißt) Kaffee und Bananen an. „Früher hatten wir zwei Kaffeeernten pro Jahr, aber in den letzten Jahren gab es jeweils nur eine – wegen der Trockenheit. Und jetzt machen uns starke Regenfälle zu schaffen. Wir wissen nicht, ob wir diesmal überhaupt was ernten werden“ erzählt Francis. In den letzten Jahren kam kaum genug zusammen, um sich und ihre fünf Kinder zu ernähren. Auch Francis seine Frau wehren sich: „Die Gegend hier ist sehr bergig. Damit die starken Regenfälle nicht alles wegwaschen, muss man in Terrassen anbauen. Aber nicht jeder hat solche Terrassen, und die meisten Menschen besitzen nicht die passenden Werkzeuge dafür.“
 

Wir brauchen mehr Informationen über diese Veränderungen, sonst können wir irgendwann gar nichts mehr anbauen.
Norah Atimango

In Nebbi lebt außerdem Norah Atimango. Auch ihre Haupteinkommensquelle ist der Kaffeeanbau. Seit sie Witwe ist, muss sie ihre Kinder alleine ernähren, hat aber nur 13 Kaffeebäume. Auch ihr setzt der Klimawandel zu. „Ich kannte mich gut mit den Anbauzeiten im Jahreslauf aus. Ich wusste immer, wann ich säen und wann ich ernten musste. Jetzt verstehe ich die Welt nicht mehr. Wenn wir Regen erwarten und die Aussaat machen, gibt es nun Dürren, und wir verlieren alles“ berichtet Norah. Lokale Organisationen haben in der Nachbarschaft Schulungen für Kleinbäuerinnen angeboten, an denen Norah teilgenommen hat. Sie wollte lernen, wie sie auf das zunehmend unvorhersagbarem Wetter reagieren kann. „Es ist egal, wie groß dein Garten ist und wie viele Pflanzen du hast. Viele wissen nicht, wie sie mit den veränderten Wetterbedingungen umgehen sollen.“ erzählt sie.