Millenniumsziele (MDGs)

Logos der Millenniumsziele
Die acht Millenniumsziele sollen bis zum Jahr 2015 erreicht werden.

In Kürze

Was sind die MDGs?

MDGs ist die Abkürzung von „Millennium Development Goals“ oder auf Deutsch „Millennium-Entwicklungsziele“.

Was beinhalten diese Ziele?

Die MDGs sind acht Entwicklungsziele, die 2015 erreicht sein sollen, unter anderem die Halbierung der Anzahl der weltweit in Armut lebenden Menschen. Die einzelnen Ziele beziehen sich außerdem auf die Hungerbekämpfung, Bildung für alle Kinder, die Gleichstellung der Geschlechter, die Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern, die Bekämpfung von HIV/Aids sowie anderen Krankheiten, ökologische Nachhaltigkeit und eine Entwicklungspartnerschaft zwischen armen und reichen Ländern.

Seit wann gibt es die MDGs?

Die MDGs wurden im September 2000 – also am Vorabend des neuen Jahrtausends – von Staats- und Regierungschefs aus 189 Ländern bei dem bis dahin größten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York beschlossen. Sie wur-den aus der im September 2000 verabschiedeten Millenniumserklärung abgeleitet.

Bis wann sollen die MDGs erreicht werden?

Die Ziele sollen bis zum Jahr 2015 erreicht werden. Das heißt, dass bereits ein Großteil der Zeit bis zur Umsetzung verstrichen ist. Vom Erreichen der Ziele sind jedoch viele Staaten noch weit entfernt. Um die Ziele noch umzusetzen, müssen die Regierungen armer und reicher Länder dringend entschiedener handeln.

Hintergründe

Acht Ziele – acht Fakten

  1. Extreme Armut und Hunger beseitigen

    Die Zahl der Menschen, die hungern oder von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen, soll bis zum Jahr 2015 um die Hälfte reduziert werden.

    Fakt: Rund 20.000 Menschen sterben täglich an den Folgen von Unterernährung.

  2. Grundbildung für alle

    Grundschulbildung soll bis zum Jahr 2015 für alle gewährleistet werden.

    Fakt: Weltweit können rund 70 Millionen Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule gehen. Mehr als die Hälfte davon sind Mädchen.

  3. Gleichstellung der Geschlechter und politische, wirtschaftliche und soziale Beteiligung von Frauen fördern

    Die Benachteiligung von Mädchen bei der Grundbildung soll bis 2005 und in allen anderen Bildungsbereichen bis 2015 beseitigt werden.

    Fakt: Auf Frauen entfallen 67 Prozent der weltweiten Arbeitszeit, sie verdienen aber nur 10 Prozent des weltweiten Einkommens.

  4. Kindersterblichkeit verringern

    Die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren soll bis zum Jahr 2015 um zwei Drittel verringert werden.

    Fakt: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind vor seinem 5. Lebensjahr stirbt, ist in armen Ländern 13-mal höher als in reichen Ländern.

  5. Gesundheit von Müttern stärken

    Die Sterblichkeitsrate bei Müttern soll bis 2015 um drei Viertel reduziert werden.

    Fakt: Täglich sterben rund 1.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt. Die meisten dieser Todesfälle wären vermeidbar, wenn Zugang zu medizinischer Versorgung bestünde.

  6. HIV/Aids, Malaria und andere Krankheiten bekämpfen

    Die Ausbreitung von HIV/ Aids, Malaria und anderen übertragbaren Krankheiten soll gestoppt und eingedämmt werden.

    Fakt: Weltweit leben derzeit rund 33 Millionen Menschen mit HIV/Aids. Rund 5 Millionen der Infizierten haben mittlerweile Zugang zu lebenserhaltenden Aids-Medikamenten. Weitere 10 Millionen Menschen benötigen eine Behandlung.

  7. Nachhaltigen Umweltschutz sichern

    Der nachhaltige Schutz der Umwelt soll gesichert werden.

    Fakt: Die weltweiten CO2-Emissionen nehmen immer weiter zu. Sie lagen im Jahr 2007 bei rund 31 Milliarden Tonnen und damit rund 3 Prozent höher als 2006. Insgesamt stiegen die Treibhausgasemissionen in den vergangenen 20 Jahren um fast 40 Prozent.

  8. Globale Partnerschaft für Entwicklung

    Eine globale Partnerschaft für Entwicklung soll aufgebaut werden.

    Fakt: Das Versprechen reicher Länder, 0,7% ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe auszugeben, wird von nur fünf Ländern eingehalten. Deutschlands Quote liegt derzeit bei nur 0,35% (dies entspricht 8,6 Milliarden Euro im Jahr 2009).

Mit den Millennium-Entwicklungszielen (Millennium Development Goals, MDGs) hat sich die Weltgemeinschaft auf eine gemeinsame Agenda für die Armuts- und Hungerbekämpfung geeinigt. Diese Ziele sind zum zentralen Referenzrahmen der nationalen und internationalen Entwicklungspolitik geworden.

Die Ziele eins bis sechs enthalten Vorgaben, die in und von den Entwicklungsländern mit Unterstützung der reichen Geberländer umgesetzt werden sollen. Die Ziele sieben und acht nehmen insbesondere die reichen Industrieländer in die Pflicht. Sie müssen die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, damit die Entwicklungsländer ihre Verpflichtungen aus der Millenniumserklärung umzusetzen können. Im Besonderen geht es hier darum, dass die Geber aus den reichen Ländern die Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit erhöhen, um die armen Länder bei ihren Bemühungen zu unterstützen. Zudem sind Handels- und Schuldenerleichterungen vorgesehen. Die Staatengemeinschaft hat eine regelmäßige Überprüfung für die Umsetzung der Ziele vereinbart.

Rund fünf Jahre vor Ablauf des vereinbarten Zeitrahmens wird allerdings immer klarer, dass die Ziele nicht erreicht werden können. Die Regierungen armer wie reicher Länder müssen ihre Anstrengungen deutlich intensivieren. Einerseits stehen die Geberländer in der Pflicht, die Welthandelsregeln gerechter zu gestalten und ihre Mittel für Entwicklungshilfe deutlich zu erhöhen, sich besser zu koordinieren und die Mittel gezielter, d.h. gemäß den Prinzipien der Paris-Deklaration zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit, einzusetzen. Andererseits müssen die Regierungen armer Länder mehr Gelder für zentrale Bereiche der Armutsbekämpfung wie die Entwicklung des ländlichen Raums, Gesundheitsfürsorge und Bildung aufwenden und ihre Regierungsführung verbessern.

2010 wird ein Entscheidungsjahr für die Entwicklungszusammenarbeit: Wenn die reichen Länder ihre Versprechen nicht einhalten, werden 2015 immer noch Millionen Menschen in Hunger und Armut leben und keinen Zugang zu sozialen Grundleistungen wie Bildung und Gesundheitsfürsorge haben.