Fragen und Antworten

  1. Nach welchen Gesichtspunkten werden Projekte und Partnerorganisationen ausgewählt?
  2. Was sind die Aufgaben des Projekte-Teams?
  3. Wie sichert Oxfam die Qualität der Projekte?
  4. Was ist mit „lokalen Partnerorganisationen“ gemeint?
  5. In welchen Ländern fördert Oxfam Deutschland Projekte?
  6. Welche Art von Projekten unterstützt Oxfam Deutschland?
  7. Wie werden die Projekte von Oxfam Deutschland finanziert?
  8. Stellt Oxfam Deutschland Mitarbeiter/innen vor Ort ein?
  9. Gibt es die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst oder Praktika in den Projekten zu absolvieren?
  10. Einmalige Spenden
  11. Regelmäßige Spenden
  12. Spenden aus dem Ausland
  13. Freie und zweckgebundene Spenden
  14. Mindestbetrag der Spende
  15. Spendenbescheinigung
  16. Kündigung
  17. Transparenz bei Einnahmen und Ausgaben
  18. Verwaltungsaufwand
  19. SEPA
  20. SEPA-Lastschriftmandat
  21. Wie bewerbe ich mich richtig?
  22. Kann man sich gleichzeitig auf mehrere Stellenangebote bewerben?
  23. Nimmt Oxfam Deutschland auch Initiativbewerbungen entgegen?
  24. Bietet Oxfam Deutschland auch Arbeitsplätze oder Praktika im Ausland an?
  25. Wie wird die Vertraulichkeit meiner Bewerbung gewahrt?
  26. Was ist der Unterschied zwischen Bio und Fair-Trade?
  27. Sind Fair-Trade-Früchte nicht viel teurer? Wie sollen sich Menschen mit geringem Einkommen diese leisten?
  28. Was ist eigentlich ein fairer Preis?
  29. Welche Bananen und Ananas empfiehlt Oxfam zu kaufen? Und wo bekomme ich diese?
  30. Warum konzentriert sich die Kampagne auf Bananen und Ananas? Sollten nicht alle Früchte fair sein?
  31. Wäre nicht prinzipiell die Politik der bessere Adressat?
  32. Was genau soll/kann Lidl tun, um die Forderungen der Kampagne FIT FÜR FAIR?! zu erfüllen?
  33. Ist es trotzdem sinnvoll Fair-Trade-Produkte bei Lidl zu kaufen?
  34. Aber Lidl bietet doch schon Fair-Trade-Produkte an und hat vor kurzem den Fair-Trade-Award bekommen. Nimmt Lidl damit nicht eine Vorreiterrolle unter den Supermärkten ein?
  35. Warum ist die Kampagne an Lidl gerichtet und nicht (auch) an andere Supermärkte/Discounter?
  36. Was genau werfen wir Lidl vor?

Nach welchen Gesichtspunkten werden Projekte und Partnerorganisationen ausgewählt?

Unsere Partnerorganisationen teilen Oxfams Werte, Prinzipien und strategische Ausrichtung. Wir bevorzugen Organisationen, die bereits Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Mitgliedern von Oxfam haben.
Projekte wählen wir nach Maßgabe der unter Punkt 1 genannten Themen aus. Die Nachhaltigkeit unserer Arbeit ist dabei ein wichtiges Kriterium.

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Was sind die Aufgaben des Projekte-Teams?

  • Wir prüfen Anträge und Projektvorschläge.
  • Wir arbeiten in internationalen Oxfam-Arbeitsgruppen mit.
  • Wir prüfen, welche Projekte für eine Förderung durch Mittel aus dem Bundeshaushalt in Frage kommen.
  • Wir stellen sicher, dass alle Mittel sinnvoll eingesetzt und korrekt abgerechnet werden.
  • Wir sind für die Rechenschaftslegung über die Projektarbeit verantwortlich.
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Wie sichert Oxfam die Qualität der Projekte?

Unsere bewährten Partner kennen die örtlichen Gegebenheiten, können Chancen und Risiken am besten einschätzen und die Nachhaltigkeit der Projekte sichern. Unsere Berliner Mitarbeiter/innen besuchen nach Bedarf einzelne Projekte und Partnerorganisationen, um die erforderlichen Prüfungs-, Beratungs- und Kontrollaufgaben wahrzunehmen. Umgekehrt besuchen leitende Mitarbeiter/innen der Partnerorganisationen auch gelegentlich unser Berliner Büro.
Außerdem arbeiten wir eng mit unseren Oxfam-Schwesterorganisationen zusammen, die oft Personal vor Ort haben. Die Vernetzung untereinander und hohe Standards bei Berichten und Abrechnungen ermöglichen den erforderlichen zuverlässigen Informationsaustausch mit unseren Partnern und innerhalb des Oxfam-Verbundes.

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Was ist mit „lokalen Partnerorganisationen“ gemeint?

Ein wichtiger Grundsatz für uns ist, Projekte gemeinsam mit einheimischen Organisationen durchzuführen, um Menschen und Strukturen vor Ort direkt zu stärken. Meist arbeiten wir mit Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Initiativen zusammen – sowohl kleinen als auch großen, die regional, national oder international operieren. Unsere Zusammenarbeit basiert auf einem gleichberechtigten Miteinander, bei dem beide Seiten voneinander lernen.

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In welchen Ländern fördert Oxfam Deutschland Projekte?

Oxfam Deutschland unterstützt Partnerorganisationen dort, wo die Not am größten ist. Unsere regionalen Schwerpunkte sind Afrika südlich der Sahara und Süd-Asien. Not- und Katastrophenhilfe leisten wir weltweit im Rahmen des Oxfam-Verbundes.

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Welche Art von Projekten unterstützt Oxfam Deutschland?

Wir fördern vor allem Projekte zu folgenden Themen:

  • Sicherung von Lebensgrundlagen
  • Geschlechtergerechtigkeit
  • HIV/Aids und reproduktive Gesundheit
  • Gesundheitsfürsorge und Bildung
  • Zivile Konfliktbearbeitung
  • Nothilfe und Wiederaufbau
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Wie werden die Projekte von Oxfam Deutschland finanziert?

  • Erträge der Oxfam-Shops
  • Spenden von Privatpersonen und Unternehmen
  • Projektzuschüsse aus dem Bundeshaushalt
  • Zuwendungen von unseren Oxfam-Schwesterorganisationen
  • Zuwendungen von Stiftungen
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Stellt Oxfam Deutschland Mitarbeiter/innen vor Ort ein?

Die Durchführung der von uns geförderten Projekte übernehmen unsere lokalen Partner oder Oxfam-Schwesterorganisationen. Wir beschäftigen kein Personal außerhalb von Deutschland.

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Gibt es die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst oder Praktika in den Projekten zu absolvieren?

Nein, da wir keine eigenen Mitarbeiter/innen vor Ort haben. In der Geschäftsstelle in Berlin bieten wir jedoch Praktikumsplätze an.

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Einmalige Spenden

Bei Oxfam Deutschland e.V. haben Sie verschiedene Möglichkeiten zu spenden. Mit einmaligen Spenden können Sie gezielt ein Projekt oder unsereLobby- und Kampagnenarbeit unterstützen. Um flexibel beim Einsatz der Mittel zu sein, bitten wir jedoch um freie, ungebundene Spenden. Für Überweisungen verwenden Sie bitte folgende Kontoverbindung:

Konto: 80 90 500
BLZ: 370 205 00
Bank für Sozialwirtschaft

IBAN: DE87370205000008090500
BIC: BFSWDE33XXX

Wenn Sie unser Online-Spendenformular nutzen, ziehen wir die Spende von Ihrem Konto ab. Das ist ein sicherer und bequemer Weg, Oxfam Deutschland e.V. schnell und ohne großen Verwaltungsaufwand zu unterstützen.

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Regelmäßige Spenden

Oxfam Deutschland e.V. ist auf treue und kontinuierliche Unterstützung angewiesen, zum Beispiel durch eine monatliche Spende. So können wir längerfristig planen und auch Projekte finanzieren, die nicht oder nicht mehr im öffentlichen Blickpunkt stehen. Um dauerhafte Wege aus der Armut zu finden, ist langfristige und nachhaltige Arbeit besonders wichtig.

Eine Dauereinzugsermächtigung können Sie über unsere Spendenseite erteilen. Alternativ können Sie sich auch das Formular für regelmäßige Spenden ausdrucken und uns per Fax oder Post zusenden. Eine Sammelspendenbescheinigung erhalten Sie automatisch jeweils im Februar des Folgejahres.

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Spenden aus dem Ausland

Aus dem Ausland können Sie per Überweisung und per Kreditkarte an Oxfam Deutschland e.V. spenden. Für eine Überweisung benötigen Sie folgende Angaben:

Oxfam Deutschland e. V.
Spendenkonto: 8090500
(BLZ 370 205 00) Bank für Sozialwirtschaft Köln
BIC: BFSWDE33XXX
IBAN: DE87370205000008090500

Der Bankeinzug von einem ausländischen Konto durch Oxfam Deutschland e.V. ist leider noch nicht möglich.

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Freie und zweckgebundene Spenden

Bei Ihrer Spende können Sie einen Zweck angeben, für den wir Ihre Spende dann verwenden. Bei Spendeneinnahmen, die über den Finanzierungsbedarf des einzelnen Projekts hinausgehen, werden die Spenden für andere dringende Oxfam-Projekte verwendet.

Besonders günstig sind freie Spenden ohne Zweckbindung. So können wir das Geld jeweils dort einsetzen, wo es am nötigsten gebraucht wird - und halten die Verwaltungskosten niedrig.

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Mindestbetrag der Spende

Da bei jeder Spende Kosten für Verwaltung und Datenbetreuung entstehen, bitten wir Sie, mindestens 5 Euro online zu spenden. Je höher der gespendete Betrag, desto größer ist der Anteil, der direkt in unsere Projekte und Kampagnen fließt.

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Spendenbescheinigung

Ihre Spende an Oxfam Deutschland ist steuerlich abzugsfähig.

Wir versenden Spendenbescheinigungen für Ihre…

Dauerspenden:

Als Dauerspender/in senden wir Ihnen automatisch eine Sammelbescheinigung im Februar des Folgejahres zu.

Einzelspenden:

Ab einer Gesamtspendensumme von 20 Euro senden wir Ihnen automatisch eine Sammelbescheinigung im Februar des Folgejahres zu.

Bestellungen bei OxfamUnverpackt:

Ab einer Gesamtspendensumme von 200 Euro versenden wir automatisch eine Sammelbescheinigung im Februar des Folgejahres zu.

Alle Spenden bis zu einer Höhe von insgesamt 200 Euro können Sie einfach mit Ihrem Kontoauszug, der Kreditkartenabrechnung oder den PayPal-Transaktionsdetails beim Finanzamt einreichen. Bei Bedarf können Sie die Absetzbarkeit Ihrer Spenden an Oxfam mit dem vereinfachten Spendennachweis belegen.

Auf Wunsch senden wir Ihnen die Spendenbescheinigung natürlich gerne auch unabhängig von Ihrer Spendenhöhe zu. Bitte nutzen Sie das Bestellformular für Spendenbescheinigungen oder wenden Sie sich an den Spendenservice.

Bitte vergessen Sie nicht, Ihre Adresse anzugeben.

Firmen / Institutionen:

Unabhängig von der Spendenhöhe senden wir Ihnen automatisch eine Sammelbescheinigung im Februar des Folgejahres zu.

Bei Fragen zu Ihren Spenden können Sie sich jederzeit gerne an den Spendenservice wenden.

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Kündigung

Ihren regelmäßigen Spendeneinzug können Sie jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen. Für eine schnelle Bearbeitung teilen Sie uns bitte Ihren Namen, Ihre Anschrift und Ihre E-Mail-Adresse oder Telefonnummer mit. Am schnellsten geht es, wenn Sie sich direkt an den Spendenservice wenden.

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Transparenz bei Einnahmen und Ausgaben

Oxfam Deutschland e.V. ist Träger des DZI-Spendensiegels (vergeben durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen, www.dzi.de). Das Siegel wird an Spendenorganisationen vergeben, die unter anderem folgende Kriterien erfüllen:

  • wahre, eindeutige und sachliche Werbung in Wort und Bild,
  • nachprüfbare, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Mittel unter Beachtung der einschlägigen steuerrechtlichen Vorschriften,
  • eindeutige und nachvollziehbare Rechnungslegung,
  • Prüfung der Jahresrechnung und entsprechende Vorlage beim DZI,
  • interne Überwachung des Leitungsgremiums durch ein unabhängiges Aufsichtsorgan,
  • Prämien, Provisionen oder Erfolgsbeteiligungen für die Vermittlung von Spenden nur unter strengen Auflagen.

Die Ausgaben für Verwaltung und Spendenwerbung von Oxfam Deutschland e.V. werden jedes Jahr in einem umfassenden Jahresbericht allen Spender/innen zugänglich gemacht. Im Jahresbericht können Sie auch nachlesen, welche Projekte und Kampagnen unterstützt wurden. Sie können Ihn als Druckversion beim Spendenservice bestellen.

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Verwaltungsaufwand

Eine funktionierende Verwaltung ist wichtig für die erfolgreiche und sinnvolle Verteilung von Spenden. Nur mit qualifizierten Mitarbeiter/innen und zweckmäßiger Technik können wir sicherstellen, dass beispielsweise Einnahmen und Ausgaben bestmöglich verwaltet werden, die Mittelverwendung kontrolliert und transparent darüber berichtet wird. Dabei bemühen wir uns, die Kosten so gering wie möglich zu halten.

Eine schlanke, gut arbeitende Verwaltung sorgt dafür, dass Ihr Geld dort ankommt, wo es hin soll: in die Projekten und Kampagnen. Wir werden jedes Jahr vom DZI geprüft, das unter anderem auch die Verwaltungsausgaben in die Bewertung einfließen lässt. Aktuelle Prozentangaben zum Verwaltungsaufwand finden Sie in unserem aktuellen Jahresbericht.

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SEPA

SEPA bedeutet „Single Euro Payment Area“ (übersetzt: einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum). Am 1. Februar 2014 wird das bisherige Verfahren bei Überweisungen und Lastschriften durch das neue, europaweit einheitliche, Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr abgelöst. Besonders sichtbar wird dies durch den Wechsel von Kontonummer und Bankleitzahl zu IBAN und BIC.

IBAN (International Bank Account Number) ist die 22-stellige internationale Kontonummer. Diese setzt sich wie folgt zusammen und finden Sie auf Ihrem Kontoauszug.

Aufbau der IBAN

Der BIC (Bank Identifier Code, auch als SWIFT-Code bekannt) dient zur eindeutigen Identifizierung von Kreditinstituten.

Bei direkten Überweisungen bzw. Daueraufträgen an Oxfam Deutschland, können Sie als Privatperson bis zum 01.02.2016 weiterhin Kontonummer und Bankleitzahl benutzen. Die Bank rechnet diese dann in IBAN und BIC um.

Spenden per Kreditkarte oder PayPal sind hiervon nicht betroffen.

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SEPA-Lastschriftmandat

Die bisherige Einzugsermächtigung heißt nun „SEPA-Lastschriftmandat“. Das Mandat wird durch eine eindeutige Mandatsreferenznummer und unsere Gläubiger-ID (DE63ZZZ00000115429) gekennzeichnet.

Zukünftig bekommen Sie spätestens drei Tage vor der (ersten) Abbuchung Ihrer Spende per Lastschrift eine Mitteilung (Pre-Notification). In dieser wird Ihnen die Mandatsreferenznummer sowie das Datum mitgeteilt, an dem wir die Spende von Ihrem Konto einziehen.

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Wie bewerbe ich mich richtig?

Für die Zusendung Ihrer Bewerbung nutzen Sie bitte ausschließlich das entsprechende Online-Bewerbungsformular. Den Link finden Sie in der jeweiligen Stellenausschreibung. Ihre vollständige Bewerbung sollte folgende Unterlagen enthalten: Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, relevante Zeugnisse. Die Anhänge können im Online-Bewerbungsformular im PDF-Format hochgeladen werden, idealerweise zusammengefasst in einem Dokument.

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Kann man sich gleichzeitig auf mehrere Stellenangebote bewerben?

Oxfam Deutschland nutzt ein onlinebasiertes Bewerbungsportal. Sollten mehrere Ausschreibungen Ihr Interesse wecken, dann können Sie sich gern auf mehrere Stellen bewerben. Für jede Bewerbung muss das Online-Bewerbungsformular separat ausgefüllt werden. Jede eingegangene Bewerbung wird von uns im Kontext der jeweiligen Ausschreibung geprüft.

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Nimmt Oxfam Deutschland auch Initiativbewerbungen entgegen?

Wir möchten Sie bitten, von Initiativbewerbungen abzusehen. Bitte bewerben Sie sich nur auf offene Stellen, die wir auf unserer Homepage und in verschiedenen Stellenbörsen veröffentlichen und nutzen Sie hierfür das jeweilige Online-Bewerbungsformular. Den Link finden Sie in der jeweiligen Stellenausschreibung.

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Bietet Oxfam Deutschland auch Arbeitsplätze oder Praktika im Ausland an?

Auf internationaler Ebene arbeiten wir ausschließlich mit lokalen Partnern zusammen und können weder Arbeitsplätze noch Praktika im Ausland anbieten oder vermitteln. Informieren Sie sich gern über Ausschreibungen unserer Schwesterorganisationen unter „Arbeiten im Ausland“.

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Wie wird die Vertraulichkeit meiner Bewerbung gewahrt?

Selbstverständlich wird Ihre Bewerbung vertraulich behandelt. Ihre Bewerbungsunterlagen bekommen nur die Mitarbeiter/innen zu sehen, die in das Bewerbungsverfahren involviert sind. Unter Wahrung der gesetzlichen Fristen löschen wir nach Abschluss des Bewerbungsprozesses Ihre Bewerbung wieder aus unserem System. Weitere Informationen erhalten Sie hier: www.oxfam.de/ueber-uns/jobs/stellen/datenschutz

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Was ist der Unterschied zwischen Bio und Fair-Trade?

Für einen fairen Preis für Produzent/innen stehen Fair-Trade-Produkte, zu erkennen an den Siegeln von Transfair oder Naturland Fair. Bei Fair-Trade-Produkten erhalten Lieferanten mindestens einen festgelegten Fair-Trade-Minimumpreis, zusätzlich gibt es eine Prämie für soziale Projekte.

Für einen ökologisch nachhaltigen Anbau steht das Bio-Siegel. Noch etwas weitergehender sind die Kriterien von Bio-Anbauverbänden wie Demeter oder Naturland. Das Siegel Rainforest Alliance Certified ist hingegen kein Bio-Siegel, hier werden viele Pestizide nicht ausgeschlossen. Die meisten Fair-Trade-Bananen in Deutschland sind zugleich auch bio. Aber nicht alle Bio-Bananen sind auch fair.

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Sind Fair-Trade-Früchte nicht viel teurer? Wie sollen sich Menschen mit geringem Einkommen diese leisten?

Der Preisunterschied zwischen Fair-Trade-Produkten und konventionellen Produkten variiert stark von Produkt zu Produkt. Wenn Euch faire Arbeitsbedingungen für die Menschen in den Anbaugebieten am Herzen liegen, der Geldbeutel aber nicht so prall gefüllt ist, fangt einfach klein an: Ihr könnt z. B. einmal im Monat fair gehandelten Kaffee oder Bananen kaufen. Insgesamt kann es auch helfen, nach dem Motto „Klasse statt Masse“ zu konsumieren und beim Einkauf mehr darüber nachzudenken, was im Einkaufskorb landet.

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Was ist eigentlich ein fairer Preis?

Ein fairer Preis ist ein Preis, der die Kosten einer nachhaltigen Produktion deckt. Er muss also so gesetzt sein, dass Produzenten ökologisch verantwortlich produzieren können, ihren Arbeiter/innen Löhne zahlen, von denen sie und ihre Familien gut leben können, und zu denen Lieferanten wirtschaftlich arbeiten können. Zur Fairness gehört auch, langfristige Lieferbeziehungen zu pflegen, auf die sich beide Seiten verlassen können, und sich an Absprachen zu halten. Bei Fair-Trade-Produkten bekommen die Produzenten einen festgelegten Mindestpreis, zusätzlich wird eine Fair-Trade-Prämie gezahlt. Diese fließt in soziale Projekte vor Ort. Solange Supermärkte nicht selbst ein verlässliches und transparentes System zur Ermittlung fairer Preise entwickeln, sollten sie sich mindestens am Fair-Trade-Preis orientieren.

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Welche Bananen und Ananas empfiehlt Oxfam zu kaufen? Und wo bekomme ich diese?

Unsere Empfehlung: fair gehandelte Bio-Bananen aus dem Bio-Markt oder Weltladen (dort werden die BanaFair-Bananen angeboten), vom Markt, vom kleinen Laden um die Ecke oder auch mal vom Supermarkt oder Discounter. Denn: Keine Bananen sind auch keine Alternative für die Menschen, die im Südfrüchte-Sektor beschäftigt sind.

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Warum konzentriert sich die Kampagne auf Bananen und Ananas? Sollten nicht alle Früchte fair sein?

Natürlich sollten alle Früchte fair sein. Und nicht nur Früchte: Wir erwarten, dass ein Händler bei jedem Produkt, das er anbietet, auf Fairness und Nachhaltigkeit achtet. Doch jede Kampagne muss zuspitzen, um wirkungsvoll zu sein. Für FIT FÜR FAIR?! haben wir exemplarisch Ananas und Bananen ausgewählt, weil wir eng mit Partnern zusammenarbeiten, die die untragbaren Verhältnisse beim Anbau dieser Früchte tagtäglich erleben. Außerdem sind Bananen die meistgehandelten Früchte weltweit, sie werden in mehr als 150 Ländern angebaut. Jährlich werden rund 110 Millionen Tonnen Bananen produziert. Auch der internationale Handel mit Ananas wächst sehr schnell. Mehr als die Hälfte der Ananas wird schon für den Export produziert. Bananen und Ananas sind also keineswegs Nischenprodukte, sondern Früchte, deren Verkauf Millionen Menschen ein Einkommen schafft. Wenn sich hier Fairness im Handel durchsetzt, profitieren viele Menschen.

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Wäre nicht prinzipiell die Politik der bessere Adressat?

Die Politik steht in der Verantwortung, Märkte und Unternehmen so zu regulieren, dass Menschen- und Arbeitsrechte eingehalten sowie unsere Umwelt geschützt werden. Daher ist die Politik – die Bundesregierung, andere nationale Regierungen, die europäischen Institutionen oder die Vereinten Nationen – stets ein wichtiger Adressat von Oxfams Arbeit zu Supermärkten. Mit FIT FÜR FAIR?! wollen wir aber deutlich machen, dass auch Unternehmen selbst in der Pflicht stehen, verantwortlich zu handeln. Denn: Nur weil Gesetze bislang fehlen, dürfen Supermärkte  nicht an unfairen und nicht-nachhaltigen Geschäftspraktiken festhalten. Gleichzeitig richten wir uns auch im Rahmen der FIT FÜR FAIR?!-Kampagne an die Politik:

Die Bundesregierung muss Unternehmen, einschließlich Supermarktketten, verpflichten, dafür zu sorgen, dass Menschen- und Arbeitsrechte auch bei ihren Lieferanten und Produzenten eingehalten werden. Sie muss eine gesetzlich verankerte menschenrechtliche Sorgfaltspflicht einführen und Unternehmen verpflichten, ihre sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen bei sich und ihren Lieferanten offenzulegen. Oxfam fordert die Bundesregierung auf, geeignete Maßnahmen zur Verhinderung des Einsatzes unfairer Einkaufspraktiken zu ergreifen.

Die zeitweise Fokussierung der öffentlichen Kampagne auf ein Unternehmen bedeutet also nicht, dass wir andere Adressaten und ihre Verantwortung aus dem Blick verlieren. Bei Oxfam bohren wir meist dicke Bretter. Und wenn wir damit Erfolg haben wollen, dann müssen wir – gemeinsam mit Euch – an mehreren Druckpunkten gleichzeitig ansetzen.

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Was genau soll/kann Lidl tun, um die Forderungen der Kampagne FIT FÜR FAIR?! zu erfüllen?

Das sind unsere Forderungen an Lidl:

  • EINKOMMEN: Lidl muss sicherstellen, dass Plantagenarbeiter/innen sowie Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ein Einkommen haben, vom dem sie sich und ihre Familien versorgen können.
  • GESUNDHEITSSCHUTZ: Lidl muss garantieren, dass die Gesundheit von Arbeiter/innen geschützt wird, besonders vor giftigen Pestiziden!
  • GEWERKSCHAFTSRECHTE: Lidl muss gewährleisten, dass sich Plantagenarbeiter/innen in Gewerkschaften organisieren können.
  • FAIRE PREISE: Lidl muss seinen Lieferanten faire Preise für Bananen und Ananas zahlen.

 

Kann Lidl das überhaupt erfüllen? Klar doch!

Natürlich kann Lidl nicht jede einzelne Plantage und jeden einzelnen Lohnzettel kontrollieren – darum geht es auch gar nicht. Was Lidl aber machen kann:

  • Bei allen Produkten möglichst langfristige Lieferbeziehungen mit Lieferanten eingehen.
  • Klare Standards für Löhne und Einkommen, Gesundheits- und Umweltschutz sowie Gewerkschaftsrechte festlegen und diese auch selbst leben.
  • Durch Analysen und Recherchen ermitteln, wo diese Standards bisher nicht eingehalten werden oder immer wieder unterlaufen werden (solche Risiko-Analysen sind bei manchen Unternehmen schon selbstverständlich). Auf dieser Basis sollte Lidl gemeinsam mit den Lieferanten, Gewerkschaften, Beschäftigten und anderen Expert/innen Maßnahmen erarbeiten, die sicherstellen, dass diese Standards auch flächendeckend erfüllt werden.

Dreh- und Angelpunkt ist jedoch ein veränderter Umgang in Preisverhandlungen mit Lieferanten: Lidl muss bereit sein, ihnen faire Preise zu zahlen (siehe oben).

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Ist es trotzdem sinnvoll Fair-Trade-Produkte bei Lidl zu kaufen?

Wer beim Einkauf sicher gehen möchte, dass Produkte unter fairen Bedingungen hergestellt und gehandelt wurden, dem empfehlen wir Produkte aus dem fairen Handel. Diese bekommt man auch bei Lidl. Fair gehandelte Produkte erkennt man z. B. am Fair-Trade-Siegel. Wem die Marktmacht der großen Supermarktketten ein Dorn im Auge ist und wer mit seinem Einkauf lieber kleinere Händler unterstützen möchte, die nicht auf Billigpreisschlachten setzen, der sollte fair gehandelte Produkte lieber im Weltladen, im Bio-Markt, im kleinen Laden um die Ecke oder auf dem Markt einkaufen. Aber generell gilt: Egal wo man einkaufen geht, ist es gut, wenn Kund/innen die Händler fragen, woher ihre Waren kommen und wie ihre Lieferanten behandelt werden. Je öfter Händler spüren, dass ihre Kund/innen sich für die Herkunft und Nachhaltigkeit der Produkte interessieren, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch sie bei ihrem Einkauf darauf Wert legen. Das gilt für den kleinen Obststand auf dem Markt genauso wie für den Mega-Supermarkt.

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Aber Lidl bietet doch schon Fair-Trade-Produkte an und hat vor kurzem den Fair-Trade-Award bekommen. Nimmt Lidl damit nicht eine Vorreiterrolle unter den Supermärkten ein?

Jein. Tatsächlich war Lidl 2006 der erste Discounter, der Fair-Trade-Produkte ins Sortiment aufgenommen hat. Unter der Eigenmarkte „FAIRGLOBE“ verkauft Lidl nach eigenen Angaben rund 20 Produkte aus fairem Handel.  Diese mit dem Fair-Trade-Siegel gekennzeichneten Produkte sind tatsächlich fair gehandelt. Bisher sind Fair-Trade-Produkte bei Lidl leider eine Randerscheinung geblieben. Fair-Trade-Produkte werden dennoch als Aushängeschild genutzt, während der große Umsatz bislang noch nicht mit fair gehandelten Produkten gemacht wird. Zum konsequenten Schritt, bei allen Bananen und anderen Produkten auf existenzsichernde Löhne für Arbeiter/innen zu setzen, fehlt Lidl bisher der Wille – oder der öffentliche Druck.

Leider kann die  Auszeichnung mit einem Fair-Trade-Award auch falsche Signale setzen, suggeriert sie doch den Verbraucher/innen, dass das Unternehmen insgesamt für faire Handelsbeziehungen und Fairness steht. Doch tatsächlich geht es bei Lidl, wie auch bei anderen großen deutschen Supermärkten, insgesamt alles andere als fair zu: Beim Einkauf von Produkten steht ein möglichst niedrigerer Preis im Mittelpunkt. Dieser Preisdruck wird über die Lieferkette an die Schwächsten weitergegeben. Und so sind Arbeitsbedingungen in der Produktion, z. B. bei konventionellen Bananen und Ananas, oft alles andere als nachhaltig.

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Warum ist die Kampagne an Lidl gerichtet und nicht (auch) an andere Supermärkte/Discounter?

Oxfams Arbeit zu Supermärkten richtet sich an alle Handelsunternehmen und an die Politik, die in der Verantwortung steht, den Einzelhandel zu regulieren. Die FIT FÜR FAIR?!-Kampagne ist bewusst auf Lidl zugespitzt, da Lidl inzwischen die größte Handelskette in Europa ist und Trends für die ganze Branche setzt – bisher jedoch oft die falschen. Außerdem klafft bei Lidl eine große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Wie kaum ein anderes Unternehmen rühmt sich Lidl als verantwortlich und nachhaltig, löst diesen Anspruch in der Realität jedoch nur unzureichend ein. Die Fokussierung auf ein Unternehmen bedeutet nicht, dass die anderen Supermarktketten besser sind: Auch die Lidl-Konkurrenten haben wir im Blick und richten unsere Forderungen an sie. Mit ihnen stehen wir genauso im Dialog wie mit Lidl. Solange Unternehmensverantwortung nicht aktiv gelebt wird, muss jeder Supermarkt damit rechnen, von uns öffentlich und wirkungsvoll an seine Verantwortung erinnert zu werden.

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Was genau werfen wir Lidl vor?

Lidl redet viel von Nachhaltigkeit (z. B. „Qualität, Fairness und Nachhaltigkeit haben für uns oberste Priorität.“), handelt aber nicht entsprechend. Lidls Geschäftsmodell stützt sich vor allem auf schnelle Expansion und niedrige Preise. Billigpreise sind das Hauptargument, mit dem Lidl Kundinnen und Kunden anlockt und Konkurrenten Marktanteile abjagt. Doch die Kehrseite dieses Geschäftsmodells sind hohe Arbeitsbelastungen für Verkäufer/innen und enormer Preisdruck auf Lieferanten.

Unsere Recherchen auf Plantagen, von denen Lidl Ananas und Bananen bezieht, zeigen, dass Arbeiter/innen und die Umwelt Leidtragende dieses Geschäftsmodells sind. Die Arbeiter/innen berichten von Löhnen, die kaum zum Leben reichen, von massivem Pestizideinsatz, mangelndem Gesundheitsschutz und der Unterdrückung von Gewerkschaftsaktivitäten. Statt eine Vorbildfunktion einzunehmen und tatsächlich Verantwortung für die Nachhaltigkeit in der ganzen Lieferkette zu übernehmen, macht Lidl beim harten Preiskonkurrenzkampf unter Supermärkten weiter mit.

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