Fairness eintüten!

In Kürze

Weltweit nimmt die Ungleichheit in der Wirtschaft drastische Ausmaße an – auch im Landwirtschafts- und Nahrungsmittelsektor: Supermarktketten und andere Giganten aus der Lebensmittelbranche dominieren die Märkte. Sie diktieren ihren Lieferanten Preise und Konditionen und streichen riesige Gewinne ein. Damit nehmen sie Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiter*innen am Anfang der Lieferkette jede Verhandlungsmöglichkeit für faire Preise.

Mit der internationalen Kampagne „Fairness eintüten!“ (englisch: „Behind the Barcodes“) setzt Oxfam sich dafür ein, Ausbeutung im Lebensmittelsektor zu beenden.

Supermärkte müssen handeln

Zum Start der Kampagne haben wir den Bericht „Die Zeit ist reif“ veröffentlicht. Der Bericht enthält neben Beispielen für Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen bei Lieferanten von Supermärkten einen Supermarkt-Check. Dieser zeigt, wo die Supermärkte Nachholbedarf beim Schutz von Menschenrechten haben und was sie konkret tun können, damit es den Menschen entlang ihrer Lieferketten besser geht.

Wir forderten die vier größten Supermärkte in Deutschland (Aldi, Edeka, Lidl und Rewe) auf, erste wichtige Schritte zu gehen. Sie müssen:

  1. Transparenz schaffen: Analysieren und öffentlich machen, wo bei der Produktion ihrer Lebensmittel Menschenrechte gefährdet und verletzt werden.
  2. Jetzt handeln: Konkrete Maßnahmen ergreifen, damit u. a.
    • ihre Lieferanten Gewerkschaftsrechte achten und Arbeiter*innen so die Chance erhalten, sich zu organisieren;
    • Beschäftigte gefahrlos Arbeitsrechtsverletzungen melden können.

Insgesamt 40.000 Unterstützer*innen haben unsere Forderungen unterzeichnet. Das ist eine klare Botschaft an die Supermärkte!

Das haben wir bisher erreicht

Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort und internationalen Bündnissen konnten wir mit der vergangenen Kampagne „Make Fruit Fair!“ weltweit einige Erfolge verzeichnen:

  • Bei Lidls größtem Ananas-Lieferanten Finca Once erhält die Mehrheit der Arbeiter/innen endlich den Mindestlohn und ist sozialversichert.
  • In Costa Rica wurde das hochgiftige Pestizid Bromacil verboten.
  • Wenn auf der Bananen-Plantage Matías in Ecuador Pestizide gesprüht werden, müssen die Menschen nicht mehr sofort wieder aufs Feld.
  • Aldi-Zulieferer Fyffes in Honduras erkennt nach einem zweijährigen Konflikt die Gewerkschaft STAS an und beginnt Verhandlungen mit Gewerkschaftsmitgliedern, die in der Vergangenheit entlassen wurden.

Und auch unsere aktuelle Kampagne „Fairness eintüten“ trägt bereits Früchte:

  • Aldi hat eine Grundsatzerklärung zu Menschenrechtsfragen veröffentlicht und will z. B. für mehr Transparenz sorgen.
  • Lidl stellt sein komplettes Bananen-Sortiment nach und nach auf Fairtrade um.
  • Rewe hat sich verpflichtet, bis 2025 ein funktionierendes Beschwerdesystem einzuführen.

Das ist gut und zeigt, dass wir gemeinsam etwas bewirken können. Doch es ist lange nicht genug. Denn bei allen Supermarktketten ist noch Luft nach oben.

Deshalb bleiben wir dran – um die Supermärkte zu weiteren Schritten zu bewegen. Sie müssen in ihren Lieferketten endlich Arbeits- und Menschenrechte achten.

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