Die Weltbank und internationale Geldgeber müssen 1,7 Milliarden US-Dollar bereitstellen, um die unzureichenden Gesundheitssysteme in den von Ebola betroffenen Ländern in Westafrika zu stärken und die Wiederholung einer ähnlich tödlichen Epidemie zu verhindern.

Mit dem geschätzten Finanzvolumen wäre es möglich, eine gebührenfreie Gesundheitsversorgung in Liberia, Sierra Leone, Guinea und dem bislang von Ebola verschonten aber von der Epidemie gefährdeten Guinea-Bissau aufzubauen. Das Geld würde außerdem dazu beitragen, die Gesundheitseinrichtungen bedarfsgerecht auszustatten, für eine ausreichende Ausbildung des medizinischen Personals zu sorgen und gemeinsam mit den zahlreich entstandenen Gemeindenetzwerken die gesundheitsbezogene Informationsvermittlung zu verbessern.

Dies ist die Kernforderung des neuen Berichts „Never again – building resilient health systems and learning from the Ebola crisis“, den Oxfam anlässlich der Frühjahrstagung der Weltbank in Washington DC vorgelegt hat.

10-Jahresplan für Investitionen nötig

Es würde 420 Millionen US-Dollar kosten, um die benötigten 9.020 Ärztinnen und Ärzte sowie 37.059 Pfleger/innen und Geburtshelferinnen entsprechend den Mindeststandards der Weltgesundheitsorganisation fortzubilden. Zudem wären jährlich 297 Millionen US-Dollar nötig, um die Löhne des medizinischen Personals zu bezahlen. Oxfam fordert von Regierungen und Geldgebern einen entsprechenden, auf zehn Jahre angelegten Investitionsplan.

Gemeindenetzwerke in Wiederaufbau einbeziehen

Für eine nachhaltige Stärkung der Gesundheitsversorgung ist allerdings nicht nur Geld nötig, sondern auch die richtige Strategie. Die im Zuge der Ebola-Bekämpfung entstandenen Gemeindenetzwerke haben wichtige Aufklärungsarbeit geleistet und wesentlich dazu beigetragen, Infektionsraten zu senken. Sie haben es zudem möglich gemacht, dass sich viele Menschen aktiv in den Kampf gegen Ebola einbringen und mitbestimmen konnten. Oxfam unterstützt den Aufbau solcher Netzwerke.

Diese Erfahrungen gilt es nun für den Aufbau einer frei zugänglichen Gesundheitsversorgung zu nutzen. Gemeindenetzwerke müssen deshalb aktiv in den Wiederaufbauprozess einbezogen werden. Dies ist nicht zuletzt wichtig, um den Regierungen auf die Finger zu schauen und sicherzustellen, dass Hilfsgelder vernünftig eingesetzt werden.

Oxfam-Bericht „Never again – buildung resilient health systems and learning from the Ebola crisis“