Für Oxfam ist die Entscheidung ein wichtiges Signal  im Kampf gegen Steuervermeidung und -hinterziehung, dem die EU nun aber weitere Schritte folgen lassen muss. Dazu gehört unter anderem eine ausführliche Untersuchung zu den 350 Fällen von Steuervermeidung, die im Zuge des sogenannten „LuxLeak“-Skandals im vergangenen Jahr ans Tageslicht gekommen sind.

Gleichzeitig sollte die EU eine Liste von Steueroasen erstellen und klar definieren, in welchen Fällen diese Länder mit Sanktionen und Strafen belegt werden können. „Das muss auch für EU-Mitgliedsstaaten gelten, die den Konzernen bei ihrer Steuervermeidung als Komplizen zur Seite stehen und damit die Bürger um Milliarden prellen“, sagt Tobias Hauschild, Experte für globale Steuergerechtigkeit bei Oxfam Deutschland.

Mehr Transparenz, härtere Strafen

Hauschild fordert eine öffentliche länderbezogene Berichterstattung über Gewinne und darauf gezahlte Steuern (country-by-country-reporting). Nur durch mehr Transparenz bei den Unternehmenssteuern könne die Öffentlichkeit nachvollziehen, wo Konzerne ihre Gewinne erwirtschaften und wo sie ihre Steuern zahlen müssen. „Das ist auch für Menschen in armen Ländern wichtig, da ihnen nach Oxfam-Schätzungen jährlich mindestens hundert Milliarden US-Dollar durch Steuervermeidungspraktiken multinationaler Konzerne entgehen.“

Auch arme Länder sind von Steuertrickserein betroffen

Oxfam hatte im März 2015 im Bericht „Pulling the Plug – How to Stop Corporate Tax Dodging in Europe and Beyond“ den Schaden, der der EU durch Steuervermeidung entsteht, auf eine Billion Euro pro Jahr beziffert. Armen Ländern sind dem Bericht zufolge zudem allein im Jahr 2012 991 Milliarden US-Dollar möglicher Steuereinnahmen durch Hinterziehung und illegale Geldabflüsse entgangen.

Für Oxfam ist klar, dass nur eine umfassende Untersuchung der Steuerpraxis großer Konzerne das Vertrauen der europäischen Öffentlichkeit in das Steuersystem wiederherstellen kann. Ziel müsse ein faires System sein, von dem alle Bürger etwas haben und nicht nur ein paar große Konzerne, sagt Hauschild. 

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