Nach zweiwöchigen Verhandlungen endete die UN-Weltklimakonferenz in Warschau mit einem gefährlich schwachen Ergebnis. Unmittelbar nach der Taifun-Katastrophe auf den Philippinen und noch während der laufenden Verhandlungen schwächten Länder wie Australien oder Japan ihre Klimaschutzziele für die Zeit bis 2020 ab und erklärte Neuseeland, dass es nicht um ehrgeizigere Ziele bei der Reduktion von Treibhausgasen verhandeln werde. Die Europäische Union hat ihre viel zu schwachen Vorgaben zur Reduktion von Treibhausgasen längst erreicht und plant bis 2020 ebenfalls keine weiteren Anstrengungen.

Auch die Gespräche zu einem Zeitplan für die kommenden Verhandlungen über ein neues Klimaschutzabkommen, das Ende 2015 in Paris verabschiedet werden und den globalen Klimaschutz nach 2020 regeln soll, sind enttäuschend ausgegangen. Die USA, Japan, Australien und einige der großen Schwellenländer setzten durch, dass für das neue Abkommen jedes Land seinen jeweiligen Beitrag zum globalen Klimaschutz selbst festlegt. Fehlt aber etwa eine von der Europäischen Union vorgeschlagene, gegenseitige Überprüfung der Angebote auf Angemessenheit und Fairness, könnte Ende 2015 in Paris ein viel zu schwaches Abkommen beschlossen werden.

Auch bei den Finanzierungsfragen wurde in Warschau fast nichts erreicht und der Stillstand bei den Versprechen der Industrieländer zur Unterstützung der armen Länder hinter Wortklauberei versteckt. Die Industrieländer verhinderten, im nächsten Jahr wenigstens vage Pläne vorlegen zu müssen, wie sie bis 2020 die Klima-Hilfen wie versprochen auf jährlich 100 Mrd. US-Dollar anheben werden. Das hatten die Entwicklungsländer gefordert, um den Schutz ihrer Bevölkerung vor dem Klimawandel besser organisieren und solide Klimaschutzprogramme planen zu können.

Möglicher Lichtblick: Umgang mit Verlust und Schäden durch Klimwandel

Einen bescheidenen Erfolg gab es beim Thema unvermeidbarer Schäden und Verluste durch den Klimawandel – etwa der Verlust von Land durch den steigenden Meeresspiegel, die Versalzung von Grundwasserreservoirs oder Katastrophenschäden durch schwere Stürme. Hier wurde in Warschau beschlossen, einen eigenen „Mechanismus“ einzurichten, der sich dieses Themas annimmt und später auch die Unterstützung im Umgang mit Verlust und Schäden regeln könnte. Die Industrieländer haben den letztlich gefassten Beschluss bis zuletzt immer weiter abgeschwächt, weil sie befürchten, dass solch ein Mechanismus später zu Kompensationszahlungen an die besonders betroffenen Länder führen könnte.