Es war ein großer Zufall: Schon seit Monaten war ein Treffen der Nordkoalition der Global Campaign for Education (GCE) am 16. und 17. Oktober bei Oxfam Deutschland in Berlin geplant. Dass der gerade mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Mitbegründer der Bildungskampagne Kailash Satyarthi zur selben Zeit in Berlin an einer Konferenz teilnehmen würde, war hingegen eine immense Überraschung und genauso ein Zufall. Natürlich wollten die Kolleginnen und Kollegen aus Dänemark, Frankreich, den USA, Italien, Großbritannien, Spanien, den Niederlanden und Deutschland dem Mann der Stunde persönlich zum Friedensnobelpreis gratulieren. Um so größer war die Freude, als er einem Treffen zustimmte. Auch Vertreter/-innen von Oxfam Deutschland, eine der Gründungs-Organisation der Globalen Bildungskampagne in Deutschland, hatten so Gelegenheit, sich persönlich mit Kailash Satyarthi auszutauschen.

Viel geschlafen hätte er seit dem 10. Oktober, als das Nobelkomitee seine Entscheidung bekannt gab, nicht. Er freue sich jedoch sehr darüber, in Berlin sein zu können. Zwar etwas müde von der Reise, aber sichtlich entspannt und locker, berichtete Satyarthi von seinen Erlebnissen als Friedensnobelpreisträger. Mit Malala Yousafzai, die gemeinsam mit dem Inder ausgezeichnet wurde, habe er noch am selben Tag der Bekanntgabe telefoniert. Sie seien sich einig darüber, dass sie sich zukünftig gemeinsam für die Rechte von Kindern, insbesondere für ihr Recht auf Bildung, einsetzen wollen. Er betonte, dass für ihn der Kampf gegen Kinderarbeit und für das Recht aller Kinder auf eine gute Grundbildung weiterhin im Fokus stehen werden, und dass der Zusammenarbeit mit den bestehenden Netzwerken eine große Bedeutung zukommt. Insgesamt betrachte er die Auszeichnung als ein Verdienst der gesamten Bildungsbewegung.

Wie er denn von der Auszeichnung erfahren habe? Ein befreundeter Journalist rief ihn aufgeregt an, doch leider habe er nicht genau verstanden, worauf er hinaus wollte. Erst nach einer kurzen Internet-Recherche erfuhr er von dem Preis.

Mit dem Friedensnobelpreis für zwei Bildungsaktivisten sendet das Nobelkomitee ein wichtiges Signal an Regierungen weltweit, Bildung eine Top-Position auf der politischen Agenda einzuräumen. 121 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit haben keinen Zugang zur Schule, in vielen Regionen sind Mädchen besonders betroffen. Für die Arbeit der GCE, insbesondere im Hinblick auf die wichtigen Verhandlungen um die Ziele für nachhaltige Entwicklung nach 2015 (Sustainable Development Goals, SDGs), ist der Friedensnobelpreis und die mit ihm zusammenhängende Medienaufmerksamkeit für das Recht auf Bildung, das so vielen Menschen verwehrt wird, eine große Unterstützung.