Die fortgesetzte Gewalt in Südsudan könnte dort Anfang kommenden Jahres eine Hungersnot auslösen, warnen Oxfam und über 30 weitere internationale Organisationen in einer neuen Studie. Bereits seit Längerem leidet die Region unter einer dramatischen Nahrungsmittelkrise. Zum Ende der Regenzeit bereiten sich die Konfliktparteien nun auf erneute Kämpfe vor. Die Folgen einer Gewalteskalation wären für die bereits stark geschwächte Bevölkerung verheerend.

Jetzt handeln, um Hungersnot zu verhindern

Im aktuellen Bericht „From Crisis to Catastrophe“ fordern die Hilfsorganisationen von den Nachbarstaaten Südsudans und der internationalen Gemeinschaft, jetzt energisch zu handeln, um eine Katastrophe zu verhindern und nicht bis zum Ausbruch der Hungersnot zu warten. Die Regierungen sollten insbesondere den diplomatischen Druck auf die Konfliktparteien verstärken und ein Waffenembargo verhängen. Auch die humanitäre Hilfe muss ausgeweitet und verbessert werden.

Bisher haben eine relativ umfangreiche internationale Nothilfe, die Unterbrechung der Kämpfe aufgrund der Regenzeit und lokale Krisenbewältigungsstrategien der südsudanesischen Bevölkerung dazu beigetragen, das Schlimmste zu verhindern. Mittlerweile sind jedoch die lokalen Ressourcen erschöpft; eine neue Eskalationsrunde würde die bisher erzielten Fortschritte zunichtemachen und aller Voraussicht nach Anfang des nächsten Jahres in eine Hungersnot münden.

Gewalteskalation stoppen, Hilfe ausweiten

Die Hilfsorganisationen rufen die Geberländer auf, der UNO umfassende Mittel für humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen. Von der Regierung Südsudans, der Opposition und anderen bewaffneten Gruppen fordern sie einen Stopp der Kämpfe, den Schutz der Zivilbevölkerung, vollen Zugang für humanitäre Helfer/-innen zu den Not leidenden Menschen, den Verzicht auf den Einsatz von Kindersoldaten/-innen und konsequente Bemühungen um eine langfristige Friedensvereinbarung.

Der Bericht „From Crisis to Catastrophe“