Medienberichten zufolge haben Sturm und Kälte unter den Flüchtlingen bereits vier Todesopfer gefordert. Schneemassen bedecken die behelfsmäßigen Siedlungen der Flüchtlinge und machen Straßen unpassierbar. Ähnlich sieht es in Jordanien aus. In Zaatari, mit über 80.000 Einwohnern das größte Flüchtlingscamp des Landes, leiden die Menschen unter Kälte und Nässe. Viele der Zelte sind unter der Last des Schnees eingestürzt.

Hilfe wird verstärkt

Oxfam hat im Libanon und Jordanien bereits vor Wochen begonnen, Flüchtlinge auf den Winter vorzubereiten. Mit Plastikfolien wurden Zelte abgedichtet, mit Gutscheinen konnten sich viele Menschen warme Kleidung, Schuhe und andere dringend benötigte Dinge besorgen. Oxfam hat zudem gemeinsam mit den örtlichen Behörden frühzeitig Evakuierungspläne für den Notfall erstellt.

Doch nicht nur Kälte und Schnee machen den Menschen derzeit zu schaffen. Oft fehlt es am Nötigsten, da viele Menschen durch das Unwetter von der Versorgung abgeschnitten sind. Oxfam hat deshalb zum Beispiel im Libanon gemeinsam mit Partnern die Versorgung mit Trinkwasser intensiviert und verteilt in den Camps Hygiene-Sets, die Seife, Windeln und Damenbinden enthalten. So können die Menschen auch unter den diesen extremen Bedingungen ihre Grundbedürfnisse befriedigen. Dies beugt nicht zuletzt auch der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten vor.

Flüchtlinge nicht zurückweisen

Flüchtlinge und Helfer/innen hoffen, dass die schlimmste Kälte bald vorüber ist. Doch solange der Krieg in Syrien unvermindert fortdauert, bleibt die Lage verzweifelt. Derzeit leben rund 3,3 Millionen Flüchtlinge in den Nachbarländern Syriens, darunter mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, unter immer schwierigeren Bedingungen. Doch auch die einheimische Bevölkerung, besonders im Libanon und in Jordanien, bekommt die Last der Krise immer stärker zu spüren. Oxfam ruft daher die Regierungen dieser Länder auf, Flüchtlinge weiterhin bei sich zu aufzunehmen und keinesfalls schutzbedürftige Menschen an den Grenzen zurückzuweisen.

Auch wohlhabende Länder wie Deutschland können ein Stück zur Verbesserung der Lage beitragen, indem sie mehr Geld für Nothilfe zur Verfügung zu stellen, mehr Flüchtlinge in den eigenen Ländern aufnehmen und ihre diplomatischen Anstrengungen zu einer friedlichen Beendigung des schrecklichen Bürgerkriegs in Syrien verstärken.