Kohlekraft und Klimawandel

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In Kürze

Kohle stoppen, Klima schützen, Ernten sichern!

Die Folgen des Klimawandels treffen heute schon besonders Menschen in armen Ländern, die selbst am wenigsten dazu beigetragen haben. Dürren, Stürme und Überschwemmungen nehmen zu. Menschen verlieren ihr Hab und Gut, Trinkwasser wird knapp, Ernten werden vernichtet, die Preise für Nahrungsmittel steigen. Armut und Hunger verschärfen sich.

Die wesentliche Ursache für den Klimawandel ist der immense Verbrauch fossiler Energien wie Kohle, Öl und Gas. Darunter ist Kohle mit Abstand am klimaschädlichsten. Kohlekraftwerke sind für einen Großteil des weltweiten Ausstoßes von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) verantwortlich.

Der Kampf gegen den Klimawandel erfordert eine umfassende Transformation der Energiesysteme – weg von fossilen Energien, hin zu klimafreundlichen erneuerbaren Energien. Dies verlangt vor allem den zügigen Ausstieg aus der besonders klimaschädlichen Kohlekraft.

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Hintergründe

Ernten sinken, der Hunger wächst

Hunderte Millionen Menschen weltweit leiden unter Hunger und Mangelernährung, vor allem als Folge extremer Armut. Inzwischen beeinträchtigt der Klimawandel zunehmend die Produktion wichtiger Grundnahrungsmittel. Extreme Temperaturen treten häufiger auf, Niederschlagsmuster verändern sich. In manchen Regionen fällt insgesamt weniger Regen, sodass die Pflanzen vertrocknen. Anderswo nehmen heftige Unwetter mit sintflutartigen Regenfällen zu und spülen die Ernte von den Feldern. In vielen Ländern der Welt ist bereits heute ein Rückgang der Erträge, etwa von Mais oder Weizen, wegen des Klimawandels zu beobachten.

In Zukunft wird der Klimawandel diese Probleme weiter verschärfen. Laut wissenschaftlicher Prognosen könnte sich der Anteil der weltweiten Ackerfläche, der immer wieder schweren Dürren ausgesetzt sein wird, bis 2100 von heute 15 auf knapp 45 Prozent verdreifachen, wenn die globale Erwärmung 4° C erreichen sollte. Auf dem afrikanischen Kontinent kann dies zu einem Rückgang der Ernten um ein Fünftel bei Mais und um zwei Drittel bei Bohnen führen.

Verringerte Erträge bedeuten auch steigende Preise für Nahrungsmittel. Nach einer von Oxfam in Auftrag gegebenen Studie werden die Preise für Grundnahrungsmittel auf den Weltmärkten bis 2030 stark ansteigen – und sich beispielsweise für Mais verdoppeln. Auch wenn die Ursachen vielfältig sind, trägt der Klimawandel doch wesentlich zu diesem Anstieg bei. Das bedroht vor allem Menschen in Armut, die heute schon oft bis zu drei Viertel ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben müssen.

Klimakiller Kohle

Kohle ist der mit Abstand klimaschädlichste Energieträger. Etwa 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen stammen aus der Verbrennung von Kohle. Wegen des wachsenden Energiebedarfs könnte der Kohleverbrauch Prognosen zufolge in den nächsten 20 Jahren weiter ansteigen. Das ist mit dem von der internationalen Staatengemeinschaft festgelegten Ziel, die globale Erwärmung auf unter 2° C zu begrenzen, nicht vereinbar.

Um die Schwelle nicht zu überschreiten, müssen über zwei Drittel der fossilen Energiereserven insgesamt und sogar 80 Prozent der bekannten Kohlereserven im Boden bleiben. Ein Ausstieg aus den fossilen Energien und insbesondere aus der Kohlekraft ist für den Klimaschutz unerlässlich.

Oxfam-Aktivisten/Innen beim Global Climate March in Berlin, 29.11.2015

Kohlekraft in Deutschland

Mit der Energiewende hat die Bundesregierung nicht nur die endgültige Abkehr von der Atomkraft beschlossen. Sie hat sich zudem das Ziel gesetzt, die deutschen Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent und bis 2050 um 80-95 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Doch obwohl vor allem Wind und Sonne immer mehr Energie liefern, laufen die deutschen Kohlekraftwerke weiter auf Hochtouren. Jedes Jahr stoßen sie mehrere hundert Millionen Tonnen klimaschädliches CO2 aus und verursachen fast 30 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands. In den vergangenen Jahren gingen sogar neue Kohlekraftwerke ans Netz, weitere befinden sich im Bau oder in Planung. Obwohl Deutschland ein Hochtechnologieland ist, ist der Kraftwerkspark uralt: Rund ein Drittel der deutschen Kohlekraftwerke sind älter als 40 Jahre und besonders CO2-intensiv.

Nur ein aktives Gegensteuern der Bundesregierung kann die dringend benötigte Trendwende einleiten. Damit Deutschland seine Klimaschutzziele noch erreichen kann, müssen die ältesten und schmutzigsten Kohlekraftwerke in den nächsten Jahren vom Netz gehen. Mittelfristig ist ein vollständiger Ausstieg aus der Kohlekraft nötig. Mehrere Studien haben gezeigt, dass das technisch und wirtschaftlich machbar ist: Bis 2050 könnte die Energieversorgung Deutschlands komplett aus erneuerbaren Energien stammen, vor allem aus Wind und Sonne. Das kann allerdings nur gelingen, wenn die Politik die Weichen richtig stellt.

Klimakiller für das Ausland?

Nicht nur verschärft Deutschland mit seinen Kohlekraftwerken den Klimawandel. Zudem finanziert die Bundesregierung weiterhin den Bau von Kohlekraftwerken im Ausland. Auch wenn dafür zukünftig keine deutsche Entwicklungshilfe mehr zur Verfügung stehen soll, werden der Bau von Kohlekraftwerken sowie Abbau, Verarbeitung und Transport von Kohle über die Außenwirtschaftsförderung weiter unterstützt: durch Exportkredite der bundeseigenen KfW Bank und Bürgschaften der Euler Hermes AG.

In den Jahren 2006-2013 hatten allein die KfW-Kredite ein Volumen von 3,3 Milliarden Euro. Zwar gelten neuerdings auch hier Einschränkungen, es besteht aber die Gefahr, dass die Förderpraxis der KfW bzw. die Vergabe von Bürgschaften faktisch so weitergeführt wird wie bisher. Im Interesse des Klimaschutzes müssen diese Mittel vollständig auf die Förderung von erneuerbaren Energien umgeschichtet und die Finanzierung von Kohleprojekten im Ausland beendet werden.

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