Nigeria: Gewalt in Tschadsee-Region nimmt kein Ende

Die humanitäre Krise in der nordöstlichen Grenzregion zu Niger, Tschad und Kamerun dauert an. Seit Beginn des Konflikts vor neun Jahren wurden über 20.000 Menschen getötet und 4.000 Frauen und Mädchen entführt. Oxfam ist vor Ort und unterstützt die Menschen mit Nahrung, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen.
Oxfam hilft den Menschen unter anderem durch die Versorgung mit sauberem Wasser.
Seit Oktober 2016 hat Oxfam in Nigeria 468.000 Menschen mit Nahrungsmitteln, WASH-Programmen (Water, Sanitation and Hygiene) und Schutzaktivitäten erreicht.

Bereits seit neun Jahren dauern die gewalttätigen Konflikte zwischen bewaffneten Gruppen und der Armee in der Region des Tschadsee-Beckens an. Der ursprüngliche Konflikt im Nordosten Nigerias hat sich über die Grenzen hinweg in Niger, Tschad und Kamerun ausgebreitet und zu einer verheerenden humanitären Krise geführt. Seit Beginn des Konflikts wurden über 20.000 Menschen getötet und 4.000 Frauen und Mädchen entführt. Das Ausmaß an sexueller Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Zwangsrekrutierungen, selbst bei kleinen Kindern, ist alarmierend.

Kein Zugang zu Land und zu Nahrungsmitteln

Der Konflikt hat mehr als zwei Millionen Menschen dazu gezwungen, ihre Häuser, ihre Farmen und ihr Ackerland zu verlassen. Aufgrund der unsicheren Lage und weil die Armee die Bewegungsfreiheit einschränkt, können die Bäuerinnen und Bauern ihre Felder nicht bewirtschaften. Aus Angst vor Angriffen und militärischen Restriktionen bleiben die meisten ländlichen Gebiete unzugänglich.

Die schwierige Sicherheitslage verhindert auch, dass die Menschen in den betroffenen Ländern über Grenzen hinweg Handel betreiben und fischen. Kleinere Unternehmen leiden darunter, dass Märkte und kommerzielle Routen geschlossenen sind. Erschwerend kommen Mobilitätseinschränkungen hinzu, wie etwa das Verbot von Motorrädern. Daher sind die Menschen vom Zugang zu Nahrungsmitteln abgeschnitten und können ihrem normalen Leben nicht nachgehen.

Oxfam ist vor Ort

In Nigeria sind 7,7 Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen. Oxfam arbeitet in den Bundesstaaten Adamawa und Borno und versorgt die Menschen mit Nahrungsmittelsoforthilfe, sauberem Wasser und sanitären Einrichtungen. Wir installieren Duschen, reparieren Toiletten und stellen sicher, dass Menschen sich die Hände waschen können.

Wir haben gemeinschaftliche Schutzgruppen für Frauen und Männer eingerichtet, um sie zu befähigen, sich auf lokaler Ebene für eine erhöhte Sicherheit einzusetzen. Zudem bieten wir Schulungen zu geschlechtsspezifischer Gewalt sowie Präventionstrainings zu sexueller Ausbeutung an. Damit wollen wir Gemeinschaften und Pflichtträger, einschließlich des nigerianischen Militärs, sensibilisieren.

Wir verteilen Nahrungsmittel und Kochgeschirr, um die Menschen zu unterstützen. Im Bundesstaat Borno haben wir ein Ausbildungsprogramm ins Leben gerufen, um Lehrer, die in Konfliktgebieten arbeiten, zu schulen und zu unterstützen. Seit Oktober 2016 haben wir in Nigeria 468.000 Menschen mit Nahrungsmitteln, WASH-Programmen (Water, Sanitation and Hygiene) und Schutzaktivitäten erreicht.

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Länder und Regionen

Nigeria: Samuel Samson schaut in die Kamera

Nigeria

Oxfam versorgt die betroffene Bevölkerung in Nigeria mit Nahrung und Trinkwasser. Wir verteilen Saatgut und landwirtschaftliche Geräte, damit die Menschen sich wieder eine Lebensgrundlage aufbauen können.

Eine junge Mutter und ein Oxfam-Mitarbeiter bei der Nahrungsmittelausgabe

Tschad

Oxfam leistet Nothilfe für Flüchtlinge im Tschad. Wir statten Flüchtlingscamps und aufnehmende Gemeinden unter anderem mit notwendigen Wasser- und Sanitäranlagen aus. Zudem helfen wir den Menschen, Versorgungsengpässe in den Nachernteperioden zu überstehen und ihre Existenzgrundlagen zu stärken.

 Kassouma Ouagada mit einer Ziege im Flüchtlingscam Assaga

Niger

Niger: Oxfam versorgt im Grenzgebiet Flüchtlinge mit sauberem Trinkwasser, baut Latrinen und verteilt Gutscheine für Nahrungsmittel. Wir planen, weitere Brunnen zu bauen und werden defekte Wasserentnahmestellen instand setzen. Freiwillige Helfer/innen aus der lokalen Bevölkerung informieren die Menschen zusätzlich über bessere Möglichkeiten, um Krankheiten durch Hygiene zu vermeiden.

Themen

Mann zeigt Kind wie es Hände waschen soll

Leben retten

Oxfam leistet Nothilfe bei Krisen und Katastrophen. Auf politischer Ebene setzen wir uns dafür ein, die Zivilbevölkerung zu schützen und die Ursachen von Konflikten zu beseitigen.

Nothilfe

Wenn irgendwo auf der Welt Naturkatastrophen, Krisen und Konflikte stattfinden, ist Oxfam zur Stelle, um Nothilfe zu leisten. Oxfams Schwerpunkt liegt dabei auf der Wasser- und Hygieneversorgung.

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