Burundi

Anpassung an den Klimawandel

In Burundi ist ein Großteil der Bevölkerung von den Folgen des Klimawandels direkt betroffen. Mit unseren Partnerorganisationen ADISCO, INADES Formation und OAP unterstützen wir die Menschen dabei, ihre Lebensgrundlage zu erhalten und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels zu erhöhen.
Ein Flickenteppich von bewirtschafteten Feldern an steilen Abhängen
Die hügelige Landschaft im Westen Burundis ist anfällig für Extremwetterlagen.

Etwa 90 Prozent der Einwohner*innen Burundis leben von der Subsistenzwirtschaft und sind direkt von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. In drei Projektgebieten im Westen des Landes unterstützen Oxfams lokale Partnerorganisationen ADISCO, INADES Formation und OAP insgesamt rund 4.500 Haushalte dabei, ein Bewusstsein für den Klimawandel zu erlangen, ihre Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels zu erhöhen und somit zukünftig weiterhin ihre Lebensgrundlage zu sichern.

Direkte Auswirkungen des Klimawandels

Die hügelige Landschaft der drei Provinzen Bubanza, Bujumbura Rural und Cibitoke ist anfällig für Extremwetterlagen. Seit einigen Jahren gibt es hier vermehrt Dürren, Starkregen, Buschbrände und heftige Winde, die oftmals sogar Hagel mit sich bringen. Infolge von Erdrutschen und Überschwemmungen werden häufig ganze Dörfer und Felder zerstört, wodurch sich die Lebensbedingungen der Bevölkerung verschlechtern.

Zudem wird die durchschnittliche Jahrestemperatur in Burundi Prognosen zufolge bis 2050 signifikant ansteigen. Durch die steigenden Temperaturen und eine längere Trockenperiode wird es weniger Wasser in der Region geben.

Ein weiteres Problem ist die hohe Erosionsgefahr: Da Holz die Hauptenergiequelle der Bevölkerung ist, werden die Wälder extrem abgeholzt. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums sind die natürlichen Ressourcen ohnehin ein knappes und kostbares Gut.

Bewusstsein schaffen

Das Projekt verfolgt einen partizipativen Ansatz und wurde daher gemeinsam mit der Bevölkerung, der lokalen Verwaltung und den politischen Vertreter*innen der drei Provinzen entwickelt. Oxfams lokale Partnerorganisationen sensibilisieren die Bevölkerung und die Kommunalvertreter*innen der Projektregionen für die Auswirkungen des Klimawandels. Dabei können sich besonders die Bewohner*innen über ihre bisherigen Erfahrungen und Beobachtungen rund um das Thema Klimawandel austauschen. Durch angewandte Forschung werden angepasste landwirtschaftliche Kulturen und Anbaupraktiken identifiziert. Kleinbäuerliche Produzent*innen werden in der Umsetzung verbesserter Anbaumaßnahmen geschult.

Des Weiteren trägt eine landesweite Medienkampagne, die über die gesamte Projektlaufzeit durchgeführt wird, dazu bei, dass nicht nur die Bevölkerung der Projektkommunen von den Sensibilisierungsmaßnahmen profitiert.

Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist die Gründung von sogenannten Klimakomitees, die sich aus Personen bereits gut organisierter Bauernorganisationen zusammensetzen. Die Mitglieder der Klimakomitees informieren die Bevölkerung beispielsweise darüber, wie Wasser und Holz nachhaltiger genutzt werden können. Zudem betreiben sie intensive Lobbyarbeit, damit die Bedarfe der Bewohner*innen an Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in den kommunalen Entwicklungsplänen in Zukunft berücksichtigt werden.

Das Projekt wird mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zwischen Januar 2018 und Dezember 2020 durchgeführt.